Autotest

Herbie oben ohne

Text: Silvia Princigalli; Foto: Johanna Hullár

Autotest
  • Frühlingsgefühle: Testerin Silvia Princigalli mit dem VW Beetle Cabriolet in Dunkelgrün

Der Käfer ist Kult, Filmstar und motorisierter Liebling unserer Autorin. Nun hat sie den VW Beetle Cabriolet Probe gefahren – und erst noch in ihrer Lieblingsfarbe.

Wenn die beste Freundin meiner Mutter jeweils mit ihrem Vintage VW Beetle bei uns in der Einfahrt vorfuhr, rannte ich schnell auf den Balkon, um den Käfer zu bestaunen. Als Kind mag man ein Auto nicht aufgrund seiner Höchstgeschwindigkeit, des Sitzkomforts oder des geringen Treibstoffverbrauchs. Ich mochte den kleinen Käfer wegen seiner Rundungen und der grossen Frontlichter, die wie zwei freundliche Glubschaugen die Figur, die ich mir ausdachte, charakterisierten.

2005 wurde der Spielfilm «Herbie – Ein toller Käfer» («The Love Bug») aus dem Jahr 1968 neu verfilmt. Millionen von Zuschauern strömten in die Kinos. Nicht um Lindsay Lohans frisch aufgetunte Oberweite zu sehen (diese musste nachträglich sogar durch Tricktechnik verkleinert werden), sondern um die frechen Kunststücke des VW Käfers namens Herbie zu bestaunen. So auch ich. Damals war ich noch zu jung, um einen Führerausweis zu besitzen. Den Käfer reservierte ich mir jedoch als Traumauto der Zukunft.

Nicht nur ich tat dies. Beliebt war das Auto zuvor schon bei so manch anderen gewesen. Der VW Käfer wurde von seinen Machern ursprünglich VW Typ 1 genannt und galt bis ins Jahr 2002 als das meistverkaufte Automobil der Welt. Erst «The New York Times» hatte dem Kleinwagen bei seiner Markteinführung 1938 die englische Bezeichnung «Beetle» gegeben. Tausende dieser glänzenden kleinen Käfer sollten nämlich – so hiess es im Artikel – «bald die deutschen Autobahnen bevölkern». Dieser Ausgabe folgten zahlreiche Modelle sowie Spitznamen, wie etwa Kugel- oder Buckel-Porsche sowie in Schweden «Bubbla» (deutsch: Blase).

Die erste Gelegenheit zu einer Testfahrt ergab sich für mich mit der Markteinführung des neuen VW Beetle Cabriolet Typ 5C. Als ich ihn endlich entgegennehmen darf, ist die Kraft der Sonne eigentlich noch nicht Cabriolet-tauglich – dafür steht der süsse Käfer ausgerechnet in meiner Lieblingsfarbe Dunkelgrün vor mir. Was für ein Glücksgriff!

Genauso wie die äusseren gefallen mir auch die inneren Werte des Autos: Türöffnung und Start-Stopp-Automatik des Motors können betätigt werden, ohne dass ich den Schlüssel überhaupt aus meiner Jackentasche heraussuchen muss. Cockpitausstattung, Sitzkomfort, Totwinkelassistent, Rückfahrkamera und Fahrsicht – alles nach meinen Wünschen. Als ich meinen Freund zur Spritztour abhole, gibt sich die Sonne dann nochmals so richtig Mühe. Ein Klick später wird das Autodach automatisch nach hinten geschoben und elegant zusammengelegt. Der Aerodynamik, dem blauen Himmel und meinem Haupt steht nun nichts mehr im Weg. Der Frühling kann kommen!

Modell: VW Beetle Cabriolet
Motor: Vierzylinder
Fahrleistung: 105 PS, von 0 auf 100 km/h in 11.7 s
Höchstgeschwindigkeit: 178 km/h
Masse: Länge 4.278 m, Breite 1.808 m, Höhe 1.473 m
Leergewicht: 1388 kg
Kofferraumvolumen: 225 l
CO2-Emission: 125 g/km
Energieeffizienz: D
Verbrauch: 5.4 l/100 km
Preis: ab 25 900 Fr.
Infos:

Silvia Princigalli

Die Online-Redaktorin sucht gern nach Trends auf Instagram und schwärmt für Woody-Allen-Filme. Auf gamevuinhon.info schreibt sie bevorzugt über Mode, Wohnen und Kultur.

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