Heft 19/15

Bye-bye Darlings: Haltbarkeit von Beauty-Produkten

Redaktion: Tasia Abbatecola; Foto: Daniel Valance

Bye-Bye-Darlings: Haltbarkeit von Beauty-Produkten
  • Weg damit? Alte Kosmetika lassen sich für neue Zwecke prima recyclen

Wie lange sind Crèmes, Parfums und Make-up haltbar? Antworten sowie Tipps und Tricks für den Umgang mit unseren Beauty-Lieblingen.

Wer kennt es nicht: Der Blick in Badezimmerschrank oder Beautycase offenbart ein Zuviel an Töpfen, Tiegeln und Tuben. Man macht sich ans Aufräumen, entdeckt dabei die Augencrème vom letzten Jahr und fragt sich: Ist die überhaupt noch gut? Johanna Caron von der wissenschaftlichen Abteilung von L’Oréal weiss, wie und wo man die Antwort findet: «Das Gesetz schreibt vor, dass ungeöffnete Kosmetikartikel mindestens dreissig Monate haltbar sein müssen. Sollte dies nicht der Fall sein, muss ein Mindesthaltbarkeitsdatum auf dem Produkt angegeben werden.» Erkennbar sei diese Angabe an der Abkürzung MHD oder einer kleinen Sanduhr. Alle anderen Kosmetikprodukte tragen die Abbildung eines offenen Crèmetiegels und eine Zahl, die deklariert, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen haltbar ist. So weit die gesetzliche Regelung. Tatsache ist jedoch, dass viele Produkte – ähnlich wie Lebensmittel – über den angegebenen Zeitraum hinaus haltbar sind. Vorausgesetzt, sie werden entsprechend aufbewahrt. Wir sagen, woran man erkennt, ob ein Beautyprodukt noch verwendbar ist, und wie es möglichst lange haltbar bleibt. Allen Kosmetika gemeinsam ist jedoch: Spätestens wenn sich Geruch, Farbe oder Konsistenz verändern, ist es Zeit für den Abfall.

Deklaration

Ist ein Produkt ungeöffnet nicht mindestens 30 Monate haltbar, informiert das Sanduhr-Symbol über das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Tiegel-Symbol zeigt an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen haltbar ist.

Parfums

Parfums können durch den enthaltenen Alkohol nicht verderben. Nach etwa zwei Jahren beginnt sich die Duftnote jedoch zu verändern. Ebenfalls schlecht ist direkte Sonneneinstrahlung.

Makeup

— Eine flüssige Foundation hält bis zu einem Jahr. Sollte sich das Öl vom Wasser trennen, reicht es, das Fläschchen kräftig durchzuschütteln. Den Verschluss hin und wieder reinigen.
— Mascara und flüssige Eyeliner sollten zirka alle sechs Monate ersetzt werden, denn die Augenschleimhäute sind anfällig für Keime. Deshalb sollte auch nicht «gepumpt» werden, da dadurch Luft und Bakterien ins Röhrchen gelangen und das Produkt schneller austrocknet.
— Lippenstifte halten bis zu zwei Jahre. Durch Wärme und Daueraufenthalt in der Handtasche können sie schneller schlecht werden.
— Loser Puder hält quasi ewig – solange er nicht mit Feuchtigkeit in Berührung kommt. Wichtig: Applikatoren und Schwämmchen regelmässig reinigen oder besser auswechseln.
— Kompaktpuder wie Lidschatten und Rouge bleiben bis zu drei Jahre frisch. Bei den ersten Anzeichen einer Konsitenzveränderung gehören aber auch sie in den Abfall.
— Ein Kajalstift zählt zu den ewig haltbaren Beautyprodukten. Sollte die Spitze ein wenig antrocknen, den Stift einfach spitzen.
— Nagellack kann eigentlich nicht verderben, allerdings wird er mit den Jahren dickflüssig und trocknet langsamer.

Pflege

— Angebrauchte Gesichtscrème kann man rund ein Jahr behalten. Verändert sich jedoch ihr Geruch, gehört sie in den Abfall.
— Augencrèmes sollten nach sechs Monaten aufgebraucht sein und Reste entsorgt werden. Der Grund: Die Produkte enthalten viele hochwertige Inhalts- und wenig Konservierungsstoffe.
— Reinigungsmilch und Gesichtswasser halten bis zu zwei Jahre.
— Bodylotion bleibt zirka ein Jahr frisch. Unabhängig davon sollte sie entsorgt werden, sobald sich das Öl vom Wasser trennt.
— Von Selbstbräunern sollte man sich nach etwa sechs Monaten trennen, weil sie danach nicht mehr wirken.
— Sonnenschutzmittel halten nach dem Öffnen zwölf Monate. Wer sie darüber hinaus benutzt, ist nicht mehr zuverlässig geschützt. Übrigens: Die Schutzwirkung lässt auch schon früher nach, wenn das Produkt zu lange der Sonne ausgesetzt ist.
— Duschgel, Shampoo und Conditioner halten je nach Wasseranteil ein Jahr. Produkte mit sehr niedrigem Wasseranteil können fast unbegrenzt haltbar sein.

Recycling

Ist ein Produkt nicht mehr in seiner Ursprungsfunktion verwendbar, muss man es nicht gleich wegwerfen.
— Eine Mascarabürste hat auch nach dem Verfall des Produkts noch viele Verwendungszwecke. Wenn die Bürste gründlich ausgewaschen wird, kann man damit die Wimpern trennen oder auch die Brauen in Form bürsten. Sie kann natürlich auch mit der neuen Mascara verwendet werden, sollte die neue Bürste nicht überzeugen.
— Abgelaufene Feuchtigkeitscrème sollte mit der Gesichtshaut nicht mehr in Berührung kommen, da es zu Irritationen kommen kann. Das proteinhaltige Produkt eignet sich aber wunderbar, um Leder zu pflegen.
— Aus Lidschatten wird Nagellack: Puder einfach zerkrümeln und zu einem durchsichtigen Nagellack dazugeben, Fläschchen gut schütteln, und schon hat man eine neue, einzigartige Nagelfarbe.
— Den alten, ranzigen Lippenstift kann man zusammen mit ein wenig Vaseline einschmelzen, damit alle Bakterien abgetötet werden. Danach giesst man die Mischung in ein Döschen, lässt es erkalten, und schon hat man einen getönten Lipbalm.
— Shampoo mit hohem Wassergehalt und daher kürzerer Haltbarkeit kann man verwenden, um seine Woll- und Kaschmirpullover zu waschen. Meist sind die Haarprodukte nämlich milder als herkömmliche Waschmittel.
— Gesichtswasser, das nach zwei Jahren nicht mehr auf dem Gesicht angewendet werden sollte, macht sich gut als Putzmittel. Dank seines Alkoholgehalts eignet es sich beispielsweise, um Spiegeloberflächen zu reinigen.

Lang sollen sie leben!

— Produkt nach Gebrauch immer gut verschliessen.
— Crèmes nur mit gewaschenen Händen aus dem Tiegel nehmen.
— Pinsel und Schwämmchen gründlich reinigen und erst wieder benutzen, wenn sie ganz getrocknet sind. Tipp: Pinsel nach der Reinigung liegend oder kopfüber trocknen lassen, damit sich kein Wasser im Bürstenkopf festsetzt.
— Öffnungsdatum auf dem Produkt notieren.
— Produkte möglichst kühl, trocken und dunkel aufbewahren. Am besten eignen sich Schubladen oder Schränke. Obwohl das Badezimmer eigentlich zu feucht für Kosmetikartikel ist, können täglich verwendete und somit schnell aufgebrauchte Produkte dort aufbewahrt werden.
— Wenn möglich Crèmes in Tuben und Pumpspendern benutzen, hier können Keime nicht so leicht hineingelangen.
— Je wasserhaltiger das Produkt, desto schneller sollte es aufgebraucht werden.
— Die Verpackungen erst öffnen, wenn man das Produkt auch benutzen will.

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