Beauty-Test

Der Ferrari unter den Haartrocknern

Redaktion: Jacqueline Krause-Blouin, Foto: Johanna Hullar

Der Ferrari unter den Haarföhnen
Dyson Supersonic im Test
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Dyson Supersonic, 429 Fr. bei

Der Supersonic von Dyson: Mehr als heisse Luft? Die stellvertretende Chefredaktorin Jacqueline Krause-Blouin hat ihn ausprobiert.

Jetzt wird es richtig heiss. Der neue Instagram-Star ist, nein, keine verschollene Kardashian-Cousine, es ist: ein Föhn. Ein Föhn, designt von einer Staubsaugerfirma. Was erst einmal gruselig klingt, soll in Wahrheit eine Revolution sein, nein, eine Offenbarung für Haarsünderinnen wie mich. Ich gebe ehrlich zu, dass ich mindestens jeden zweiten Tag meine langen Haare föhne, was meinem Coiffeur Michèl gelegentlich ein besorgtes Augenrollen entlockt. Kaputt mache das meine Haare, trocken und unglücklich, Chérie! Hitzeschutzspray hin oder her. Nun, ab dem heutigen Zeitpunkt sollen all meine haarigen Schandtaten der Vergangenheit angehören. Auftritt: Dyson Supersonic, der Föhn, der sich seinen Namen von einem Oasis-Song geborgt hat, soll meine Haare beim Trocknen nicht nur nicht mehr kaputt, sondern sogar noch gesünder und glänzender machen. Nimm das, Coiffeur Michèl! Firmengründer James Dyson hat angeblich zirka 70 Millionen Franken in die Entwicklung gesteckt und das Gerät an 1625 Kilometer Echthaar getestet.

Das Design stimmt, der Föhn sieht aus wie ein funky Mikrofon von Katy Perry, kommt in Metallic Pink daher und lässt meinen armen alten grauen Föhn, der nie behauptet hat, etwas anderes als ein Föhn zu sein, sehr retro aussehen. Not in a good way. Mein neues It-Accessoire liegt gut in der Hand, ist leicht, misst die Temperatur 20-mal pro Sekunde, um dann schnellstens den Hitzegrad selbstständig anzupassen. Smart. Mit technischem Firlefanz bin ich allerdings wirklich nicht leicht zu beeindrucken, ich will Resultate sehen. Mit meinem herkömmlichen Haartrockner brauche ich normalerweise acht bis zehn Minuten für die fertige Föhnfrisur. Die Challenge: Ich stoppe die Zeit, und tatsächlich, in genau vier Minuten bin ich ausgehfertig. Glätten ist auch nicht nötig, denn das erledigt der Stylingaufsatz gleich mit. Es gibt drei verschiedene Aufsätze (Styling, Smoother und Diffuser), alle sind magnetisch. Kleiner Minuspunkt: Als ich im Eifer der Föhn-Challenge den Aufsatz mit meiner Bürste berühre, fällt er ab.

Schnelligkeit ist gut (vier Minuten mehr für den Morgenkaffee!), aber das Beste – und dafür ist ein Preis von stolzen 499 Franken unter Umständen eine Überlegung wert – ist die Lautstärke. Beziehungsweise die nicht vorhandene Lautstärke. Der Supersonic (englisch für Überschallgeschwindigkeit) hat ein Herz für Musikliebhabe-- rinnen wie mich, er hält sich akustisch im Hintergrund und schnurrt nur leicht dahin, damit ich endlich während des lästigen morgendlichen Föhnens Musik hören kann. Daher der Oasis-Name? Zweimal in meiner Testwoche werde ich auf meine glänzenden Haare angesprochen. Das könnte Zufall sein, an der intelligenten Hitzeregulierung liegen oder aber an den Glückshormonen, die nun allmorgendlich ausgeschüttet werden – dank meinem Badezimmer-Soundtrack!

 

Jacqueline Krause-Blouin

Die stellvertretende Chefredaktorin interessiert sich für Mode, Musik, Theater und alle Facetten der Popkultur. Und für aussergewöhnliche Frauen: berühmt oder berüchtigt, tot oder lebendig.

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