Achtung Sonne!

Redaktion: Niklaus Müller
Illustrationen: Saskia Schnell

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Hello Sunshine! Die neuesten Erkenntnisse zum Thema Sonnenschutz und die passenden Produkte für Stadt, Meer und Berge.

Sommer! Dass die Sonne ihre Schattenseiten hat, wissen alle. Sie ganz besonders: Caroline Debbasch, Pharmazeutin und Direktorin der wissenschaftlichen Kommunikation von Vichy, über sonnige Risiken und ihre Nebenwirkungen. Ausserdem: Die neuen Produkte für Berge, Stadt und Meer.

gamevuinhon: Caroline Debbasch, woraus besteht Sonnenlicht?
Caroline Debbasch: Die Sonne strahlt 40 Prozent sichtbares Licht, 50 Prozent Infrarot- Strahlung und 10 Prozent Ultraviolett-Strahlung ab. Sowohl das sichtbare Licht wie auch die Infrarot-Strahlung sind harmlos für die Haut.

Bleiben also die nicht harmlosen 10 Prozent UV-Strahlung. Inwiefern sind sie für die Haut gefährlich?
UV-Strahlung ist nachgewiesenermassen krebserzeugend. Sie ist energiereich genug, um die Erbsubstanz der Hautzellen zu schädigen, und bei regelmässig wiederkehrenden UV-Überdosierungen sind diese Schäden dauerhaft, es kommt zu Hautveränderungen und vorzeitiger Hautalterung. Sterben die geschädigten Zellen nicht ab, kann Hautkrebs entstehen.

UV-Strahlung besteht aus UVA- und UVB-Strahlen, was unterscheidet die beiden Strahlentypen?

UVA-Strahlen machen etwa 95 Prozent der UV-Strahlung aus. Sie dringen tief in die Haut ein, beschleunigen die Hautalterung und sind krebserregend. UVB-Strahlen dringen nicht so tief ein, verursachen aber Sonnenbrand und schädigen die Zellen ebenfalls nachhaltig.

Sie empfehlen, täglich einen Sonnenschutz mit UVA- und UVB-Filter aufzutragen. Und zwar das ganze Jahr über. Warum auch im Winter?
Weil die Haut 50 Prozent der gesamten UVA-Strahlung im Winter abbekommt. Denn auch bei bedecktem Himmel dringen durchschnittlich 80 Prozent der UV-Strahlen bis auf unsere Haut durch. Da im Winter aber der Anteil an UVB-Strahlen bedeutend geringer ist, reicht es, eine Tagescrème mit Sonnenschutz aufzutragen, wie zum Beispiel unsere Aqualia UV. Im Sommer ist die UV-Belastung jedoch bedeutend höher, und die Haut ist weniger durch Kleidung geschützt. Deshalb müssen spezielle Sonnenschutzprodukte mit hohem Schutzfaktor verwendet
werden.

Welchen Sonnenschutzfaktor sollte man denn im Sommer wählen?
Das hängt vom Hauttyp und der jeweiligen Empfindlichkeit der Haut ab, aber auch davon, wo man sich aufhält. Wer zwei Wochen in den Tropen an den Strand geht, braucht selbstverständlich einen höheren Sonnenschutzfaktor als jemand, der in der Stadt arbeitet. Grundsätzlich kann man sagen, dass jeder, der sich im Sommer dem direkten Sonnenlicht aussetzt, ein Sonnenschutzprodukt verwenden sollte. Auch wenn er oder sie bloss über Mittag ein Sandwich im Freien essen geht.

In den USA sind Produkte mit einem Schutzfaktor von 100 erhältlich. Gibt es eigentlich den totalen Sonnenschutz?

Nein, den totalen Sonnenschutz gibt es nicht. Jede noch so hoch dosierte Sonnenschutzcrème lässt UV-Strahlen durch, ein Faktor 100 bedeutet also nicht 100 Prozent Schutz. Unsere Produkte verfügen über einen Schutzfaktor von 50+ und blocken so viel Strahlung wie möglich ab.

Das Angebot an Sonnenschutzprodukten ist verwirrend reichhaltig. Wie finde ich das richtige Produkt für meine Haut?

Indem man sich in der Apotheke beraten lässt. Wir bieten Sonnenschutzprodukte für jedes Bedürfnis an, mit tiefem, mittlerem, hohem und sehr hohem Schutz. Je nach Hauttyp und Stärke der Sonnenexposition findet jede Frau die zu ihr passenden Produkte.

Gibt es so etwas wie einen Richtwert, wie viel Sonnencréme man auftragen sollte, um die Haut ausreichend zu schützen?

Für einen flächendeckenden Schutz braucht es zwei Milligramm pro Quadratzentimeter Haut, oder anders ausgedrückt: Fürs Gesicht ist etwa ein Teelöffel Sonnencrème ausreichend, für den Körper die Menge eines Golfballs, also etwa 35 Gramm. Wir haben aber festgestellt, dass die meisten Konsumentinnen gerade einmal einen Viertel der erforderlichen Produktmenge auftragen! Ein weiterer Fehler: zu glauben, Produkte mit hohem Sonnenschutzfaktor könnten sparsamer verwendet werden. Ausserdem vergessen viele Konsumentinnen auch immer wieder, gewisse Körperstellen – Nacken, Ohren, Rücken oder Füsse – mit Sonnenschutz zu versorgen. Offensichtlich herrscht hier noch Informationsbedarf, weshalb wir uns dieses Jahr mit unseren Sonnenschutzaktivitäten auf die korrekte Anwendung konzentrieren. Dazu haben wir einen Prospekt herausgegeben, den man in Apotheken beziehen kann und der genau erklärt, wie man sich korrekt eincrèmt. (siehe Bildstrecke)

Reicht es, sich bloss einmal einzucrèmen?
Nein, auf keinen Fall. Bei direkter Sonnnenexposition muss man sich alle zwei Stunden neu eincrèmen. Ausserdem nach jedem Bad oder wenn man schwitzt.

Also braucht man ziemlich viel Sonnencrème, wenn man sich gut schützen will.
Ja, das stimmt. Deshalb lancieren wir dieses Jahr auch besonders grosse Tuben, die die ganze Familie benutzen kann, was letztlich praktischer und günstiger ist.

Apropos Familien: Welchen Schutz brauchen Kinder?
Wir haben herausgefunden, dass Kinder während der Ferien mehr als drei Stunden täglich dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Und die Hälfte davon während der gefährlichsten und sonnenintensivsten Stunden zwischen 11 und 16 Uhr. Also muss man sie unbedingt besonders gut vor der Sonnenstrahlung schützen. Einerseits mit geeigneter Kleidung und andererseits durch Produkte mit einem besonders hohen Sonnenschutzfaktor, die man grosszügig, regelmässig und ebenmässig auftragen sollte.

Lässt sich für dieses Jahr bei Sonnenschutzprodukten ein Trend ausmachen?
Viele Frauen lieben Sonnenöl. Weil Öle besonders hautfreundlich sind und perfekt zum Sommerfeeling passen. Bisher gab es jedoch nur Öle mit niedrigem Sonnenschutzfaktor, deshalb lancieren wir dieses Jahr erstmals entsprechende Produkte mit SPF 20 und 40. Überhaupt arbeiten wir stetig an den Formulierungen unserer Sonnenschutzprodukte, denn je angenehmer ihre Konsistenz, desto lieber tragen sie die Konsumentinnen auf. Und wiederholen das Auftragen auch regelmässig.

Ist es wirklich notwendig, eine Crème fürs Gesicht und eine andere für den Körper zu haben?
Wir entwickeln Produkte speziell fürs Gesicht, weil viele Konsumentinnen sich eine leichtere, weniger reichhaltige Crème für das Gesicht wünschen. Gerade Frauen mit fettiger Haut wollen ölfreie Formulierungen. Ausserdem dürfen Produkte speziell fürs Gesicht nicht wandern, das heisst, sie dürfen beispielsweise nicht in die Augen gelangen. Also macht es schon Sinn, spezielle Formulierungen zu entwickeln und zu verwenden.

Was halten Sie von Solariumsbesuchen, um die Haut auf die Sonne vorzubereiten?
Gar nichts. In Solarien werden künstliche UVA-Strahlen verwendet, die die Haut bräunen sollen. Gerade diese UVA-Strahlen sind aber bereits während des ganzen Jahres im Übermass vorhanden. In Solarien wird die Haut also noch zusätzlich künstlicher UVA-Strahlung ausgesetzt. Und das ist einfach zu viel. Kommt hin zu, dass ein Solarium zur Vorbereitung auf die Sonne nichts taugt, denn das Resultat ist eine minime Bräunung der Haut, die etwa einem Sonnenschutzfaktor 3 entspricht. Zu wenig Schutz bei einem gleichzeitig zu hohen Risiko.

Hat die UV-Strahlung denn auch positive Seiten?
Natürlich: UV-Strahlung wirkt entzündungshemmend, antidepressiv, sie unterstützt das Wohlbefinden der Menschen und ist stimmungsaufheiternd. Sonnenlicht löst die Synthese von Vitamin D im Körper aus, dazu sind allerdings schon zehn Minuten Sonnenlicht pro Tag ausreichend.

Und gibt es denn auch eine gesunde Bräune?
Meiner Meinung nach ja. Obwohl jede Bräunung eigentlich eine Reaktion der Haut auf eine Reizung darstellt. Wer aber konsequent und korrekt Sonnenschutz verwendet sowie darauf achtet, keinen Sonnenbrand zu bekommen, und mit einem leichten Sommerteint zufrieden ist, der verfügt über das, was ich eine gesunde Bräune nennen würde.

Wie schützen Sie sich persönlich vor der Sonne?
Ich muss zugeben, dass ich ein Sonnenfan bin. Aber ich habe gelernt, mich entsprechend zu schützen. Am Anfang meiner Sommerferien verwende ich nur Produkte mit einem Sonnenschutzfaktor von 40 und mehr. Erst am Schluss gehe ich auf einen SPF um die 30 oder 20 runter. Ausserdem verwende ich abends immer ein Aftersun-Produkt, was deshalb sehr wichtig ist, weil es die Haut befeuchtet und ihr hilft, besser mit der UV-Belastung umzugehen. Ausserdem bin ich überzeugt, dass unser Thermalwasser, das in allen Vichy-Produkten eingesetzt wird, ein idealer zusätzlicher Hautschutz ist.


Machen Sie den Sonnen-Hautcheck mit Vichy!
Lassen Sie sich von Vichy-Expertinnen in einer Coop Vitality Apotheke zu Ihrem Sonnen-Hauttyp und dem entsprechenden Sonnenschutz beraten. Sie erhalten fachmännische Tipps, wie Sie Ihre Haut vor den negativen Wirkungen der UV-Strahlung schützen können. Plus: Ab dem 4. Mai gibt es in jeder Coop Vitality Apotheke zusätzlich zu dieser persönlichen Beratung Produktemuster von Vichy für einen effizienten Sonnenschutz.


Die Neuheiten des Sommers 2011 von Vichy Capital Soleil:

  • Familientube 300 ml Après Soleil ca. 35 Fr.
  • Sonnenöl mit SPF 40 ca. 32 Fr.
  • Familientube 300 ml Sonnenschutz-Milch für Erwachsene und Kinder SPF 30 ca. 39 Fr.

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