Nivea

Nivea forscht nach neuen Inhaltsstoffen gegen Hautalterung

Interview: Niklaus Müller; Foto: Karin Heer

Was die Haut begehrt: Nivea forscht für innovative Produkte

570 Forscher studieren für Nivea die Haut. Denn nur wenn dieses vielseitige Organ wirklich verstanden werde, könnten ideale Wirkstoffe entwickelt wer

 

ANNABELLE: Gesa Muhr, Sie sind promovierte Biologin und bei Nivea für die wissenschaftliche Kommunikation zuständig, lassen Sie uns ein wenig über die Haut reden.
GESA MUHR: Eines der faszinierendsten menschlichen Organe.

Vor allem eines, an dem unablässig geforscht wird. Wie viele Forscherinnen und Forscher sind es bei Nivea?
Es sind insgesamt 570, von denen 450 im Hauptforschungszentrum hier in Hamburg arbeiten, die anderen sind auf die Entwicklungszentren in den USA, Asien und Lateinamerika verteilt.

Birgt die Haut denn überhaupt noch Geheimnisse?
Wir wissen tatsächlich schon ziemlich gut, was die Haut ausmacht und was im Rahmen der Hautalterung passiert. Aber wir wissen immer noch nicht genau, wie die vielen unterschiedlichen Prozesse zusammenspielen. Es gibt an die 300 verschiedene Theorien allein zum Thema Altern. Klar ist einzig, dass es sich um ein ganz komplexes Zusammenspiel verschiedener Einzelprozesse handelt.

Nivea forscht seit 130 Jahren und findet immer noch neue Inhaltsstoffe für Kosmetikprodukte. Sind Ihre Forscher und Entwickler besonders kreativ?
Das sicher auch. Vor allem aber arbeiten wir nach der Philosophie, dass wir zuerst die Haut verstehen müssen, um Defizite ausgleichen zu können. Und je besser wir die Haut verstehen, desto mehr wirksame Inhaltsstoffe können wir identifizieren.

Nehmen wir ein aktuelles Beispiel: die neue Q10 plus Energy Tagescrème mit dem Extrakt der Goji-Beere. Auf welcher Erkenntnis der Hautforschung basiert dieses Produkt?
Dass die Haut, die sich ständig erneuern muss, eine grosse Menge an Energie benötigt, um all ihre Funktionen aufrechterhalten zu können, unter anderem die Schutzfunktion, die Reparatur von Schäden oder auch den Erneuerungsprozess an sich. Mit dem Älterwerden und der zunehmenden Belastung durch Umweltschäden lässt die Fähigkeit der Haut aber nach, Energie in der benötigten Menge selber zu bilden.

Welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Co-Enzym Q10, mit dem Nivea ja schon länger arbeitet?
Es ist in jeder Körperzelle enthalten und eine der zentralen Einheiten der Energiegewinnung, fast 95 Prozent der gesamten Energie werden über den Prozess von Q10 gebildet. Mit zunehmendem Alter nimmt die Konzentration des Co-Enzyms jedoch ab, vor allem in der Haut. Und das führt zu einem älteren Hautbild.

Neu ist das Extrakt der Goji-Beere. Was bewirkt es im Hinblick auf den Energiehaushalt der Haut?
Diese Früchte der chinesischen Wolfsbeere werden seit über 3000 Jahren in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Sie sind nährstoffreich wie kaum eine andere Frucht und enthalten eine Vielzahl an Mineralstoffen, Vitaminen und Antioxidantien. All diese Stoffe unterstützen und beschleunigen die energetischen Prozesse der Zellen.

Wie haben Sie getestet, ob der Nährstoffreichtum der Goji-Beere auch für die Haut in der gewünschten Weise wirksam ist?
In unserem Forschungszentrum testen wir zunächst mit Hautzellen im Glas, welchen Effekt diese Wirkstoffe haben. Dann qualifizieren wir diese Stoffe weiter, um ihre Wirksamkeit schliesslich auf der Haut von Probanden zu untersuchen.

Wer ist am Entstehungsprozess beteiligt, bis ein neues Produkt marktreif ist?
Wir haben hier Pharmazeuten, Lebensmittelchemiker, Chemiker und Biologen. Die beschäftigen sich dann speziell damit, einen Wirkstoff zu finden, der die definierten Anforderungen erfüllt. Hinzu kommt ein komplexes externes Forschungsnetzwerk mit Partnern, Universitäten, Instituten und Rohstofflieferanten, auf die wir gezielt mit Fragestellungen zugehen können.

Und wie lange dauert die Entwicklung vom neuen Rohstoff bis zum neuen Produkt in der Regel?
Zwischen drei und zehn Jahren, je nach Komplexität des Entwicklungsprozesses. Ist ein Wirkstoff bereits sehr gut beschrieben, geht es schneller. Wenn wir aber bei innovativen Produkten erst mal verstehen müssen, was in der Haut passiert, und dann gezielt nach einem Wirkstoff suchen, der die Anforderungen erfüllt, dann kann das schon deutlich länger dauern mit allen Analysen und Forschungsarbeiten. Ebenfalls zeitintensiv ist die Entwicklung einer effektiven Formel, die wir auch daraufhin testen müssen, ob sie beim Verbraucher ankommt.

Inwiefern hat die Globalisierung die Herstellung von Produkten verändert?
Wir berücksichtigen bei der Entwicklung und Produktion die unterschiedlichen Verbraucherbedürfnisse in den Regionen. Diese können mit anderen klimatischen Verhältnissen zusammenhängen oder auch mit regionalen Vorlieben. Wir betreiben ja schon seit längerer Zeit Labors, die sich speziell mit den klimatischen oder den Verbraucherbedürfnissen in Asien oder Lateinamerika beschäftigen. Ausserdem ist Nivea bereits seit den Dreissigerjahren eine globale Marke, wir verfügen also in dieser Hinsicht über eine grosse Erfahrung.

In welche Richtung wird sich die Kosmetikforschung in den nächsten zehn Jahren entwickeln?
Es wird immer wichtiger werden, viele Wirkstoffe so zu kombinieren, dass man die Haut auf verschiedenen Ebenen und in ihren unterschiedlichen Prozessen gut unterstützen kann. Wir werden nach neuen Wirkstoffen suchen, die wie Q10 oder Kreatin die Sprache der Haut sprechen. Die also natürlich in der Haut vorkommen und von ihr verwendet werden können, als wären es ihre eigenen. Die Unterstützung von Hautzellen und der Ausgleich von Hautdefiziten, die zum Beispiel durch das Altern entstehen, werden weiterhin die Forschungsmission von Nivea sein.

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