Sex & Sensibility

Erotische Literatur von Frauen

Text: Verena Lugert

Erotische Literatur von Frauen

Erotische Literatur ist seit das Buch «Fifty Shades of Grey» in den Bestseller-Listen gelandet ist ein weltweites Thema. Wir präsentieren Ihnen weitere erotische Bücher, die von Frauen für Frauen verfasst wurden.

Mit Erica Jong ging es los: Im 1973 erschienenen autobiografischen Roman «Angst vorm Fliegen», der über 15 Millionen Mal verkauft wurde, erzählte Jong von den Freuden einer selbstbestimmten Sexualität, erklärte, was es mit dem «Spontanfick» auf sich hat, und löste einen Skandal aus. Sie selbst fand das albern: «Männliche Schriftsteller wie Henry Miller oder Philip Roth konnten schon lange über Sex schreiben. Aber nicht Frauen. In einer Talkshow sagte der Moderator zu mir: ‹Geben Sie es zu – Sie wollen nur im Stehen pinkeln können.›»

1988 erschien «Salz auf unserer Haut» der Französin Benoîte Groult. Die Romanze zwischen einer intellektuellen Pariserin und einem bretonischen Fischer verkaufte sich drei Millionen Mal, war damals von einem pornografischen Dunsthauch umwabert, wirkt aber heute geradezu rührend brav.

2001 kam aus Frankreich ein besonders explizites Stück erotischer Literatur auf den Markt. «Das sexuelle Leben der Catherine M.» von Catherine Millet. Obwohl hochdrastisch, war das Werk kein reiner Lesespass, zu dicke philosophische Brocken musste man bei der Lektüre mit verdauen. Eine denkwürdige Bemerkung aus dem Buch soll dennoch zitiert werden, gilt sie doch für alle erotische Literatur: «Die Illusion, in mir selbst ozeanische Möglichkeiten zu eröffnen.»

Der nächste Aufreger kam 2008, zur Abwechslung aus Deutschland: Charlotte Roches «Feuchtgebiete» hiess die wenig appetitliche Prosa über Analfissuren und ungewaschene Intimbereiche. Roche wollte das Buch als Kulturkritik und Beitrag zum Feminismus verstanden wissen, es muss aber davon ausgegangen werden, dass sich die blendenden Verkäufe von zwei Millionen Exemplaren ebenso sehr aus ihrer Prominenz als Fernsehmoderatorin speisten.

Das 2012 erschienene «Fifty Shades of Grey» von E. L. James hat nun das Potenzial, alle diese Verkäufe locker in die Tasche zu stecken. Und zu einer Art kinky Harry Potter für experimentierlustige Erwachsene zu werden.

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