Autotest

Dem Sommer entgegen: Peugeot 208 im Test

Text: Stephanie Hess, Barbara Loop; Foto: Joan Minder

Den Sommer entgegen: Peugeot 208 im Test
Den Sommer entgegen: Peugeot 208 im Test
Den Sommer entgegen: Peugeot 208 im Test
Den Sommer entgegen: Peugeot 208 im Test
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Stephanie Hess (links) und Barbara Loop testen den neuen Peugeot 208 und entdecken beim Einkauf seine inneren Qualitäten.

In der Altstadt von Solothurn gibts einen Kaffeehalt, bevor der Weissenstein in Angriff genommen wird.

Kurzer Halt auf der Passhöhe

Wir haben den neuen Peugeot 208 gleich doppelt ausprobiert.

Auf Einkaufstour

Satt orange leuchtet der Peugeot 208 aus der dunklen Blechmasse heraus, die sich um die Autogarage ausbreitet. Eine tolle Farbe, finde ich, die an Ferien in Südfrankreich erinnert, an Aperol Spritz mit klirrenden Eiswürfeln und an zerfliessende Sonnenuntergänge.

Doch solche Reisepläne müssen warten, ich habe mich zuerst um den kleinbürgerlichen Ferientraum vor der Haustür zu kümmern: Der Schrebergarten, den ich gemeinsam mit Freunden pflege, sollte dringend um einige Pflanzen ergänzt werden, bevor er dem Unkraut anheimfällt. Das hat mir auch der Gartennachbar über den Zaun hinweg geraten, den er aus Furcht vor dem grassierenden Hahnenfuss aufgebaut hat.

Also wird das beliebteste, nun neu aufgelegte Modell des französischen Autoherstellers zum Transporter für deckenden Bewuchs. Nicht unbedingt die Kernkompetenz dieses Kleinwagens, denke ich, staune dann aber über den verhältnismässig grossen Kofferraum. Die acht Töpfe und Töpfchen lassen sich problemlos verstauen.

Apropos Grösse: Auf der Rückbank wird es kleinwagentypisch enger, auf Fahrer- und Beifahrerseite ist es aber überraschend geräumig. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Gerätschaften wie Steuerrad und Gangschaltknüppel in eher kleiner Ausführung daherkommen. Gross ist dafür der Touchscreen, der das Android-Handydisplay – mit einem Zusatzkabel auch jenes von Apple-Geräten – spiegelt und über den auch das Navi bedient wird.

Dieses weist uns dann auch den schnellsten Weg vom Gartencenter zurück ins Schrebergärtchen. Dort setzen wir die dicht wachsenden Kletterpflanzen direkt an den Zaun, legen uns dann in die Sonne und träumen von Südfrankreich. Bis die Farbe am Himmel jener des Peugeots gleicht.

Auf Entdeckungsreise

Am liebsten fahre ich ganz ohne Ziel. Die Strasse runter, den Hügel rauf, weiter und weiter. So eine Fahrt ins Blaue ist unvernünftig. Ich weiss. Selbst mit dem neuen Peugeot 208, der so wenig Treibstoff verbraucht wie kaum ein anderes Auto.

Darum habe ich mir für unsere Ausfahrt ein Ziel gesetzt: die Passhöhe des Solothurner Hausbergs Weissenstein. Weder ich noch meine Arbeitskollegin waren je dort oben. Im Grunde planten wir also keine Spritzfahrt, sondern eine Entdeckungsreise, etwas Landeskunde quasi, man könnte auch sagen: eine motorisierte Weiterbildung. Mit einer Steigung von bis zu 22 Prozent ist die Strasse auf den Weissenstein eine der steilsten der Schweiz. Aber das wusste ich noch nicht, als wir unser Testauto in Empfang nahmen. Zum Glück! Denn trotz seiner kräftigen Farbe sieht der neue Peugeot 208 nicht gerade wie ein Gipfelstürmer aus. Kompakte Limousine nennt man diese Fahrzeugklasse im Fachjargon – und meint: Es chliises Chäreli mit Pfupf.

Wir holpern gemütlich über die Pflastersteine der schönen Solothurner Altstadt. Die mächtige St.-Ursen-Kathedrale lenkt unseren Blick weg von der Strasse. Nicht gut, auch wenn bei Tempo unter 30 km/h das Active-City-Brake-System notfalls von allein bremst.

Wir trinken Kaffee und essen Glace, dann geht es auf zur Bergfahrt. Innert Minuten ist Solothurn zu einem winzigen Städtchen am Aarelauf geschrumpft. Der Wagen zieht uns mit einem Schnurren hinauf, das von der hohen Drehzahl herrührt, die wir brauchen, um den Gipfel mit Schwung zu erreichen.

Die Strasse schlängelt sich bergan wie ein alter Saumpfad, schmal mit engen Kurven, gemacht für Eselskarawanen und Postkutschen, für Motorradfahrer, die uns überholen, für wahnwitzige Velofahrer – und für kompakte Limousinen wie die unsere. Wir passen mit unserer schmalen Statur in jede Lücke zwischen Gegenverkehr und Abgrund.

Oben angekommen, gehen wir ein paar Schritte über die grünen Wiesen, strecken uns gegen die Sonne, blicken in den blauen Himmel – und fahren wieder runter. Denn, das schöne Ziel in Ehren, am aufregendsten ist es doch noch immer unterwegs zu sein.

Modell: Peugeot 208
Motor: BlueHDI 100 Stop & Start
Fahrleistung: 100 PS, von 0 auf 100 km/h in 9.7 s
Höchstgeschwindigkeit: 185 km/h
Masse: Länge 3.96 m, Breite 2 m, Höhe 1.46 m
Leergewicht: 1165 kg
Kofferraumvolumen: 285 l
CO2-Emissionen: 87 g/km
Energieeffizienzklasse: A
Verbrauch: 3 l/100 km
Preis: ab 23 850 Franken

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