Autotest

Erst das Auto, dann das Kind: Der neue Volvo V40 im Autotest

Text: Lisa Neiss; Fotos: Yves Bachmann

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Im mobilen Kokon: gamevuinhon-Praktikantin Lisa Neiss sicher unterwegs

Im neuen Volvo V40 erhält die Familienplanung eine ganz neue Perspektive.

Innert kürzester Zeit ist es mir zweimal passiert, dass wildfremde Menschen zu mir meinten, was für eine charmante junge Mutter ich doch sei. Dabei bin ich erst Anfang zwanzig, habe weder Mann noch Kind. Aber offensichtlich strahle ich dieses familiäre Etwas aus. Deshalb sollte vermutlich auch ich den neuen Volvo V40 fahren. Zielgruppe: junge Paare kurz vor der Familiengründung. Und so hätte es mich nicht erstaunt, hätte mir die freundliche Volvo-Händlerin zum V40 auch gleich die bereitstehende Babyschale mitgegeben. Sie tat es nicht.

Dabei passte das Auto – rein hypothetisch – rundum gut auf mich und meinen Nachwuchs (der natürlich mit dem praktischen und extrasicheren Isofix-Kindersitzmontagesystem angeschnallt wäre). Wie sehr mich der Schwede umsorgt, spüre ich, kaum sind wir auf der Autobahn. Freundlich gibt er Bescheid, wenn ich überholen darf. Er erkennt für mich Verkehrszeichen, hilft mir beim Parkieren, hält automatisch Tempo und Abstand zum Vordermann. Beim Rückwärtsausparkieren überwacht er den Querverkehr. Bin ich mal zwei Sekunden unaufmerksam und gerate sachte auf die falsche Spur, merkt er das sofort und schreitet ein.

Fussgänger-Airbag

Aber auch die Menschen ausserhalb des mobilen Kokons dürfen sich beim V40 ein wenig sicherer fühlen. Denn mein Beschützer hat eine Weltneuheit zu bieten: den Fussgänger-Airbag. Bei einer Kollision schützt er den Kopf des Unfallopfers vor einem harten Aufprall an der Windschutzscheibe. Und damit es gar nicht erst so weit kommt, gibt es zudem den Kollisionswarner und die Fussgängererkennung mit automatischer Notbremseinleitung, die den V40 aus 50 km/h zum Stehen bringt. Puh! Es wird gefahren hier – so sicher, man könnte seinem Kind während der Fahrt fast den Schoppen geben …

Bei all dem Sicherheitsdenken könnte man annehmen, ein Volvo dieses Formats käme vielleicht edel, aber auch ultrabieder daher. Stimmt nicht. Für einen Volvo präsentiert sich der V40 nicht nur ungewohnt sportlich und schnittig (als hätte man bei Volvo die Kanten geschliffen, vorne und hinten etwas gezogen und oben fest draufgedrückt), er fährt sich auch flott, zumindest in der 3D-Version mit Fünfzylinder-Turbodiesel und 150 PS Leistung. Eine wahre Freude, mit ihm fürs Wochenende aufs Land zu fahren. Er ist schön straff gefedert. Die Kurven liegen ihm, er fühlt sich solid, bequem und strapazierfähig an. Selbst das Navi ist überschaubar und unkompliziert. Meine einzigen Einwände sind der etwas knapp bemessene Platz über meinem Kopf und im Kofferraum: Dort passt kein grosser Kinderwagen rein.

Die Konkurrenten des V40 sind in der edlen Kompaktklasse zu suchen: BMWs 1er, Audis A3 und die neue A-Klasse von Mercedes. Ist der V40 dieser Konkurrenz gewachsen? Oh ja. Ich gab ihn jedenfalls nur sehr ungern zurück. Aber es wird ein kurzer Abschied sein. Sobald ich Mann und Kind habe, wird so einer gekauft. Kein anderer.

Modell: Volvo V40 D3-Diesel-Schaltgetriebe
Motor: 2.0, 5-Zylinder-Turbodiesel
Fahrleistung: 150 PS, von 0 auf 100 km/h in 9.6 s
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Masse: Länge 4.4 m, Breite 1.8 m, Höhe 1.4 m
Leergewicht: 1556 kg
Kofferraumvolumen: 335 l
CO2-Emissionen: 114 g/km
Energieeffizienzklasse: A
Verbrauch: 4.3 l/ 100 km
Preis: ab 38 150 Fr.
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