Autotest

Im 007. Himmel: Der Aston Martin DB9 Volante im Autotest

Text: Silvia Binggeli; Foto: Joan Minder

Im 007. Himmel: Der Aston Martin DB9 Volante im Autotest

Der neue Aston Martin hat die Licence to Thrill, findet gamevuinhon-Chefredaktorin Silvia Binggeli.

«Unglaublich», sagte der Kollege, als ich mit glänzenden Augen von meinem bevorstehenden Abenteuer erzählte – er hat früher eine Autorevue geleitet, kennt sich aus in dieser Sache. «Bei ihm geraten Frauen ins Schwärmen, selbst jene, die sich nicht für schnelle Autos interessieren.»

Stimmt. Nicht nur ins Schwärmen bin ich geraten. Ich habe eine dicke Lippe geschwungen vom Moment an, wo ich wusste, dass ich ihn testen darf, ihn, den Aston Martin DB9 Volante. Aston Martin. Der Aston ist anders. Er ist kein protziger Testosteron-Chlapf, keine Midlife-Crisis auf vier Rädern, von der sich der Fahrer eine zwanzig Jahre jüngere Bestätigung seiner selbst erhofft. Aston Martin steht für Eleganz, für Understatement, für Smartness und Stil. Schlicht für drei Zahlen: 007. Gestatten, Bond. Silvia Bond.

Als der Aston DB9 Volante im Laster aus Deutschland angefahren kam und in seiner ganzen Pracht vor mir stand, bekam ich schlotternde Knie. Als ich seinen Motor anwarf und sein tiefes Brummen hörte, wollte ich los. Dahin, wo es keine Freiheitsbeschränkung gibt, ab ins Nachbarland. 517 PS. Hallo!

Mit dem Aston hatte ich viele Interessenten, auch wenn ich nicht zwanzig Jahre jünger bin: Ein Bürokollege bot uneigennützig an, wir könnten am Wochenende über die Pässe. Aber da war ich schon unterwegs, mit der Begleitung meiner Wahl. Der Aston ist ein Gentleman. Seine Automatik macht das Fahren einfach. Er hat Kraft, aber er bewegt sich leicht und lässt sich am liebsten mit Gefühl lenken. Man sitzt tief, der Überblick über die schön geschwungene Karosserie will von innen erst gewonnen werden. Aber hat man den Aston erfasst, macht er glücklich. Mit 200 Sachen fliegend über die Piste. Und fast noch mehr manuell geschaltet über kurviges Land, wenn seine feine Technik richtig schön spürbar wird. Bequemer kann man nicht sitzen, ausgeklügelter ist keine Musikanlage. Der Aston brauchte keine zwanzig Kilometer, um mich zu erobern.

Wir machten halt im Nachbarland und kauften ein, nicht viel, aber gut. Zufrieden fuhr ich abends am Schweizer Zoll vor und erklärte strahlend: «Nichts zu verzollen.» Der Zollbeamte lächelte zurück. «Und was ist mit dem Auto?» Good Lord! Mir fehlten die nötigen Papiere. Acht Prozent Zollabgabe, das Doppelte Busse. Nun zitterten meine Knie wie Espenlaub.

Doch ich sass im Aston. Ich hatte Glück und traf auf die drei nettesten Zollbeamten des Landes, die mich rauswinkten, die Augenbrauen hoben. Mir danach die nötigen Papiere ausstellten. Und schliesslich draussen mit uns das Auto bewunderten.

Unterwegs im Dienste Ihrer Majestät. Ach Aston!

Modell: Aston Martin DB9 Volante
Motor: V12-Zylinder
Fahrleistung: 517 PS, von 0 auf 100 km/h in 4.6 s
Höchstgeschwindigkeit: 295 km/h
Masse: Länge 4.7 m, Breite 2.1 m, Höhe 1.3 m
Kofferraumvolumen: 152 l
Leergewicht: 1785 kg
CO2-Emissionen: 325 g/km
Verbrauch: 14 l/100 km
Preis: ab 206 400 Franken
Infos:

Silvia Binggeli ,
Chefredaktorin
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