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Die besten Events im Februar

Texte: Julia Heim, Dietrich Roeschmann (Ausstellungen), Marco Kamber (Musik), Mathias Heybrock (Film); Foto: iStock / guruXOOX

Ausstellungen, Konzerte und spannende Diskussionen – mit unseren Veranstaltungstipps für den Februar bleibt der Monat spannend. Die Agenda wird laufend erweitert. 

KUNST

«Simon Fujiwara»
27. Januar bis zum 8. April 
Kunsthaus Bregenz 

Simon Fujiwara suggeriert durch maximale Künstlichkeit grösstmögliche Nähe. Schönes Beispiel: die Serie «Masks», welche der Brite mit genau jenem Make-up malte, das die deutsche Kanzlerin Angela Merkel bei Interviews vor HD-Kameras nutzt. Es geht noch kniffliger: Für seine Soloschau «Hope House» baut Fujiwara derzeit das Anne-Frank-Haus als begehbare Installation im Kunsthaus Bregenz nach. Als Vorlage dieser Kopie eines historischen Ortes, der heute selbst grösstenteils eine Rekonstruktion ist, dient dem 35-jährigen Briten ein Bastelbausatz aus dem Museumshop des Amsterdamer Touristen-Hotspots. Ein vertracktes Stück Kunst über die Zusammenhänge von Original und Kopie, Geschichte und Erfahrung, Inszenierung und Profit. (roe)

– Simon Fujiwara, Kunsthaus Bregenz,

«Modeland and Mr. Lagerfeld»
31. Januar bis zum 20. April
Kate Vass Galerie, Zürich

Simon Procter ist einer der bedeutendsten Modefotografen weltweit. Der 49-jährige Engländer arbeitete bereits mit Modehäusern wie Chanel, Dior, Armani und Stella McCartney. Nun zeigt die neue Kate Vass Galerie im Zürcher Seefeld eine Ausstellung mit Werken des Fotografen, die zwischen 2010 und 2017 entstandenen sind. Die Ausstellung «Modeland and Mr. Lagerfeld» zeigt die Zusammenarbeit zwischen Procter und Karl Lagerfeld. Als Leibfotograf des Designers erhielt Procter spannende Einblicke in das Schaffen des Modezars. Bis zum 20. April werden die Fotografien an der Feldeggstrasse 88 in Zürich ausgestellt.  

– zur Ausstellung 

«New Swiss Performance Now»
bis 18. Februar
Kunsthalle Basel

Seit letztem Herbst erzählen diverse Kunsthäuser in Basel die Geschichte der Performance in der Schweiz von Jean Tinguely bis heute. Mit einer Grenzen sprengenden Ausstellung, die als vierwöchiger Performance-Marathon daherkommt, feiert die Revision dieser flüchtigen Kunstform nun ihr spektakuläres Finale. Mit neuen, grösstenteils noch nie gezeigten Performances, unter anderen von Claudia Comte, Raphael Hefti, Florence Jung und Ernestyna Orlowska. Das Timing könnte nicht besser sein: Wenn die Finissage-Party in den frühen Morgenstunden des 19. Februar endet, sammeln sich in den dunklen Strassen bereits die Fasnachtscliquen zum Basler «Morgestraich», der grössten Massenperformance der Stadt. (roe)

– New Swiss Performance Now, Kunsthalle Basel,

«Abraham Cruzvillegas»
16. Februar bis zum 25. März
Kunsthaus Zürich

Was erzählt Architektur über die Bedingungen von Kreativität, Glück und Gelassenheit in unserer Gesellschaft? Der mexikanische Künstler Abraham Cruzvillegas, den die Kritik wegen seines Umgangs mit vorgefundenen Materialien auch den «Marcel Duchamp des 21. Jahrhunderts» nennt, erkundet in Installationen die Poesie des Eigenbaus. Aus einfachen Dingen entstehen skurrile Veloskulpturen, aus im Park entwendeter Erde spriessende Gartenlandschaften oder aus Obstkisten Displays für kapitalismuskritische Proteste. In Zürich richtet der 49-Jährige mit seinen Skulpturen nun das Kunsthaus ein. (roe)

– Abraham Cruzvillegas, Kunsthaus Zürich,

DISKUSSION

Women in Business – Women's Talk
28. Februar
Aura, Zürich

Für Frauen, die networken möchten: Die Reihe «Women's Talk» organisiert vom Magazin Women in Business stellt Frauen und ihre Karrieren in den Fokus. Spannende Wirtschaftsthemen werden aus weiblicher Perspektive beleuchtet, Podiumsgespräche regen zur Diskussion an. Ab 19 Uhr gehts los. 

– Aura, Bleicherweg 5, 8001 Zürich, zum Talk 

MUSIK

Street Corner Talkin // Aaron Brooks
1. Februar
Dynamo, Zürich

So lässt sich der Februar starten: Die Band lädt zu einem musikalischen Abend nach Zürich ein – eine Mischung aus Psychodelic- und Progressive-Rock. 

– Türöffnung um 19 Uhr, Werk 21, Wasserwerkstrasse 21, 8006 Zürich 

The Vincenzos am Country Music Festival
9. Februar
Schützenhaus Albisgütli, Zürich

Zwischen dem 2. Februar und 25. März kommen Country-Fans in Zürich auf ihre Kosten. Knapp zwei Monate lang gastiert das Country Music Festival im Schützenhaus Albisgütli. Zum 33. Mal wird es ausgetragen. Am 9. Februar treten in diesem Rahmen auch die Vincenzos auf – die kultige fünfköpfige Rock'n'Roll-Band mit Italo-Flair.

– zum Festival 

FILM

Vorpremiere «The Florida Project»
6. Februar
Kosmos, Zürich

«The Florida Project» ist ein optisches Feuerwerk. Das US-amerikanische Drama überzeugt mit starken Bildern, Feingefühl, kindlicher Naivität und lässt Sie gleichzeitig über elementare Fragen des Lebens nachdenken. Unsere Filmrezension lesen Sie hier

– für die Vorpremiere

«Der Klang der Stimme»
ab 8. Februar

Wir sprechen, lachen, singen Kinder in den Schlaf – und denken kaum je über unsere Stimme nach. Das ändert sich, wenn man sich Bernard Webers Film anschaut, der verschiedene Stimmprofis begleitet: eine Therapeutin, welche die Stimme als Schlüssel zum Innersten verwendet; oder einen Forscher, der Sänger in den Computertomografen steckt, um zu verstehen, was sie tun. Und dann sind da die Sopranistin Regula Mühlemann und der Stimmakrobat Andreas Schaerer, die auf ganz unterschiedliche Weise die Möglichkeiten ihres «Instruments» ausloten: Man hört und staunt.

– Ab 8. 2. im Kino: «Der Klang der Stimme» von Bernard Weber

«L’amant double»
ab 15. Februar

Raffinierter Erotikthriller um die Sehnsucht nach dem anderen – und die Furcht, dass sich in ihm bloss die eigenen Ängste spiegeln. Doppelungen und Ähnlichkeiten auf allen Ebenen. Atemberaubend elegant inszeniert, manchmal auch sehr, sehr ulkig. Ein Film für Bauch und Hirn. (hey)

– Ab 15. 2.: «L’amant double» von François Ozon. Mit Marine Vacth, Jérémie Renier in einer, na klar, Doppelrolle – und einem ziemlich abgedrehten David-Cronenberg-Schluss

«The Shape of Water»
ab 15. Februar

Die schauermärchenhafte Liebesgeschichte zwischen einer stummen Putzfrau (genial: Sally Hawkins) und einem amphibischen Wesen aus dem Amazonas, das in einem Verlies des US-Militärs gefoltert wird. Hinreissend herzzerreissend. (hey)

– «The Shape of Water» von Guillermo del Toro, dessen Film ein grosser Oscar-Favorit ist

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