Heft 11/14

Film-Tipp: «Boyhood»

Redaktion: Frank Heer, Mathias Heybrock; Fotos: Universal Pictures

Boyhood

Die Langzeitstudie «Boyhood» ist ein ergreifender Film über den Alltag.

Tolle Spielfilme über stinknormales Leben, das beherrscht der famose Richard Linklater («Before Midnight») schon lange. Nie jedoch war er so radikal wie in seinem neuen Film «Boyhood». Zwölf Jahre lang bat er in regelmässigen Abständen eine Handvoll Schauspieler für ein paar Szenen vor die Kamera – darunter auch den jungen Ellar Coltrane, der Mason spielt. Zu Beginn sehen wir ihn als Sechsjährigen, der auf dem Rücksitz von Mamas Auto vor sich hin plappert. Dann werden die Sätze kürzer und die Haare länger, es gibt Ärger mit fiesen Stiefvätern, und irgendwann sind da auch Partys und Mädchen. Mason und seiner Patchworkfamilie beim Wachsen zuzusehen, ist eine ergreifende Sache. Gebannt blickt man auf ein Wunder namens Alltag, das Linklater uns in geschmeidigem Erzählfluss darbietet.

— Ab 5. 6.: «Boyhood» von Richard Linklater. Mit Patricia Arquette und Ethan Hawke als Masons getrennt lebende Eltern sowie Linklaters Tochter Lorelei als Masons grössere SchwesterVom

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