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Marke Eigenanbau: So macht Selbstversorgung Spass

Text: Miriam Suter; Fotos: Franca Frey

Marke Eigenanbau: So macht Selbstversorgung Spass
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Schmeckt nach Stolz: Selbst angebautes Gemüse auf der Dachterrasse.

Auch in der Stadt wachsen essbare Pflanzen mitten in der Stadt, etwa Bärlauch, Brennnesseln oder Löwenzahn. Sie eignen sich für einen frischen Sommersalat genauso wie für eine wärmende Suppe im Winter. Auch viele Blumenblüten sind essbar und eignen sich als super als Dekoration!

«Auch wir verschwenden mehr Lebensmittel, als wir zugeben wollen», gesteht die 24-jährige Seraina Mandra. Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, haben sich die beiden ein paar Rezepte zur Resteverwertung zurecht gelegt. Zum Beispiel Bananenbrot, das mit überreifen Früchten sogar noch etwas besser schmeckt.

Während ihres Selbstversuchs wollten die beiden jungen Frauen so viel wie möglich selber herstellen – und selber erlegen. Zum Beispiel einen Fisch an einem sonnigen Frühlingstag auf dem Zürichsee ...

... der dann zu Filets verarbeitet wurde. France Frey übernahm das Fangen und Töten des Tieres: «Dazu musste ich mich wirklich überwinden. Ich konnte den Fisch danach auch nicht ausnehmen, wie ich es eigentlich geplant hatte. Aber die Erfahrung tat gut.» Natürlich kann sich nicht jeder seinen eigenen Fisch fangen. Die beiden Studentinnen finden aber: «Eigentlich sollte das jeder einmal gemacht haben. Man geht danach viel bedachter mit tierischen Lebensmitteln um.»

Auf der Dachterrasse von Franca Frey wachsen seit dem Selbstversuch Tomaten und Kräuter – mitten in der Stadt. Das selbst gebaute «Hochbeet» für das Gärtchen und das selbst gezogenen Gemüse macht die beiden stolz: «Es ist ein schönes Gefühl, etwas zu essen, was man selber angepflanzt hat. Der ganze Prozess, vom Anpflanzen bis zur Ernte war eine fast schon urchige Erfahrung», erzählt die 29-Jährige.

Auch Hühner und Eier standen auf dem Plan des Selbstversuchs. Für ihre beiden Tiere haben Frey und Mandra einen eigenen Hühnerstall gebaut – auf dem Land bei Mandras Mutter. Auch hier gilt: «Das ist im Alltag kaum umsetzbar. Hühner brauchen ihren Auslauf und ihren Rasen, den sie dann auch noch kaputt machen.» Aber ein Besuch auf einem Bauernhof oder einer Hühnerfarm kann schon helfen, das Bewusstsein für die Herkunft des Dreiminuten-Eis am Morgen zu schärfen.

Für ihr Projekt haben die beiden Studentinnen unter anderem selber Sauerkraut eingelegt und Kimchi aus Chinakohl hergestellt. Neben der Tatsache, dass fermentierte Lebensmittel leichter verdaut werden können, sind sie auch sehr lange haltbar.

Tomaten aus dem Blumenkistli, Kräuter aus freier Wildbahn und frischer Fisch aus dem Zürichsee: Zwei Studentinnen haben es ausprobiert und verraten, wies geht.

In 13 Wochen zur Selbstversorgung – das war das Ziel von Seraina Mandra und Franca Frey. Die beiden jungen Frauen lernten sich im Rahmen ihres Studiums an der Zürcher Hochschule der Künste kennen und schrieben gemeinsam ihre Diplomarbeit. Als Studentinnen der audiovisuellen Medien wollten sie ein Projekt ins Leben rufen, das einen nachhaltigen Einfluss auf sie selbst und auf ihr Umfeld haben sollte. Mandra und Frey wollten Schritt für Schritt zu Selbstversorgerinnen werden. Ihre Erfahrungen hielten die zwei Studentinnen auf Video und in ihrem News  fest.

Sie wollten wissen, ob Selbstversorgung im Alltag überhaupt möglich ist. Etwa das Fangen, Töten und Verspeisen eines Fischs aus dem Zürichsee, das Zubereiten eines Abendessens mit Kräutern und Pflanzen, die in der Stadt wachsen, das Fermentieren von Sauerkraut oder der Anbau von eigenem Gemüse auf der Dachterrasse. «Seit dem Experiment habe ich einen ganz anderen Zugang zu Lebensmitteln», sagt Franca Frey. Und für Seraina Mandra ist klar: «Der Selbstversuch hat definitiv etwas an meinem Umgang mit Lebensmittel verändert. Vieles, was wir in den 13 Wochen gelernt haben, habe ich nach dem Experiment in meinen Alltag integriert.»

Was die beiden Studentinnen während ihres Experiments gelernt haben, und welche Tipps im Alltag umsetzen lassen, haben wir für Sie in der Bildstrecke zusammengefasst.

Der 13-wöchige Selbstversuch als Video-Playlist:

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