Heft 07/15

Männersachen: Grosse Sneakers-Liebe

Text: Bobi Hajas

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Chucks (mittlerweile schon das ungefähr 33. Paar)

Stan Smith «Schliff»

Nike Air Jordan: Als das erste Modell von Michael «The Airness» Jordan herauskam, war der Basketball-Sneaker nicht NBA konform. Michael Jordan trug die Schuhe trotzdem und kassierte eine Busse von 5000 Dollar pro Spiel!
 

Im Rahmen unseres Männer-Specials geben die gamevuinhon-Männer etwas aus ihrem Leben preis. Geliebt und getragen: Grafiker Bobi Hajas erzählt die Geschichten zu seinen liebsten Sneakers.

Chucks, die erste grosse Liebe (1917)

Mein modisches Bewusstsein hat mit Chucks begonnen. Mit 13 Jahren war ich sonst eher prollig unterwegs, sprich: Ich trug irgendwelche Playcrew-Jacken aus dem ABM-Warenhaus und Jeans aus der Migros. Und trotzdem wollte ich nur klassische Converse Chuck Taylor Allstars, genannt Cons oder Chucks, tragen. Selbstverständlich trug ich die hochgeschnittenen Modelle – nur Mädchen, oder Jungs mit Converse-Fakes von Marcel Scheiner, trugen die tiefgeschnittenen.
Es galt: Je zerrissener, desto cooler. Oh Graus, wenn dann die Mutter aus einem Sauberkeitsfimmel heraus die Chucks wegwarf!
Leider sind die knalligen Neon-Farben für Männer seit der Nike-Übernahme von Converse im Jahr 2003 verschwunden. Es gibt sie nur noch in typisch «männlichen» Farben wie Dunkelblau, Rot, Grau, Schwarz und ähnlichem. Langweilig! Das Gute an der Übernahme durch Nike ist jedoch, dass man nun wenigstens überall seine Grösse findet, was früher zum Teil eine richtige Herausforderung war.
Gedanke am Rande: Man muss sich mal vorstellen, die haben bis in die 70er-Jahre in denen profesionell Basketball gespielt ...

Stan Smith, der Schliff-Schuh (1972)

Der Stan Smith, ursprünglich ein Tennisschuh, der seinen Namen dem amerikanischen Tennisstar Stan Smith zu verdanken hat und dessen Konterfei die Zunge des Schuhs ziert. Momentan ist der Klassiker wieder an allen Füssen, der einfach kombinierbare Turnschuh ist der Trendsneaker bei den Fashionistas.
Bei uns im Kreis 6, wo ich aufgewachsen bin, hiessen die Schuhe «Stan Schliff». Das war in den 80er-Jahre, die eben schliff waren.

Air Jordan, der Soziale (1985)

Was für eine Schönheit! Der Air Jordan ist, neben dem Vandal-Supreme-Modell, mein Lieblingsschuh von Nike. Zu dieser Liebe beigetragen hat die Geschichte hinter dem Kauf meiner ersten Air Jordans. Ich kaufte sie im House of Hoops, einem Sneaker-Store in Harlem in New York. Das Geschäft verkauft nur Basketballschuhe, hatte aber keine Tragtaschen mehr an dem Tag. Ich war also gezwungen, mit meinem Schuhkarton durch New York zu laufen. Lustigerweise verstrickten mich meine neuen Air Jordans mehrmals in Gespräche: Mit dem jungen Burritoverkäufer in einem Diner in Harlem, einem Kioskverkäufer und zum Schluss mit einem B-Girl aus einem Musicstore am Times Square. Falls man also die raue Schale der New Yorker knacken will: Air Jordans kaufen und die Box unter den Arm klemmen!
 


   Das Männerheft erscheint am 8. April 2015

Bobi Hajas

Die grosse Liebe des Grafikers Bobi Hajas ist Hamburger essen. Gross ist auch seine Liebe zu seinen Sneakers, auch im wortwörtlichen Sinn: Er trägt Grösse 46.

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