Zum Abschied eines Modeschöpfers

Hubert de Givenchy ist verstorben

Redaktion: Viviane Stadelmann; Quote: Caterina Soldani, Tanja Ursoleo; Foto: Getty

Hubert de Givenchy ist verstorben

Hubert de Givenchy ist im Alter von 91 Jahren verstorben. Der ikonische Designer hat die Fashionbranche über 50 Jahre bereichert.

Hubert de Givenchy galt als einer der einflussreichsten Designer: In den 50er-Jahren gründete er sein gleichnamiges Modehaus Givenchy und kleidete seine Muse und Freundin Audrey Hepburn für ihre Filme und auch privat ein. Er liebte elegante Mode und perfekte Schnitte. Auch mit Schwarz machte er sich einen Namen, genauer mit dem «Kleinen Schwarzen», zu welchen Miterfindern er zählte.  In einer Mitteilung hat sein Lebenspartner Philippe Venet heute mitgeteilt, dass Hubert de Givenchy am 10. März im Schlaf verstorben sei. 

Hubert de Givenchy hat gamevuinhon-Modechefin Cati Soldani schon in jungen Jahren persönlich beeinflusst: «Als 16-jähriges Mädchen habe ich eine Lehre als Haute-Couture-Schneiderin angefangen. Hubert de Givenchy war damals einer meiner Vorbilder, was die Eleganz und Perfektion seiner Kreationen betraf. Diese Perfektion in den Kleidern war für mich das Mass aller Dinge. Nebst Yves Saint Laurent oder Christian Dior ist Hubert de Givenchy bis heute eine Inspiration für meine weitere Karriere gewesen. Nach der Haute-Couture-Lehre, als Fashion-Studentin an der ZHdK, war sein Schaffen ein wichtiger Bestandteil meiner  Ausbildung. Mit seinen Kleidern hat er ein Frauenbild geschaffen, dass Weiblichkeit und Eleganz vereint hat, ohne abgehoben zu wirken. Heute, als Moderedaktorin, ist er für mich immer noch Inspiration  für viele meiner Shootings.»

Paris-Korrespondentin Tanja Ursoleo meint zum Abschied der Ikone: «Hubert Taffin de Givenchy präsentierte im Februar 1952 seine erste Kollektion unter seinem eigenem Namen. Eine Kollektion ganz in Schwarz und Weiss und ein Stil, der die Mode nachhaltig prägte. Er revolutionierte die einzwängende Nachkriegsmode mit fliessenderen und architekturalen Linien und Schnitten, was man heute auch «Understatement» nennen würde und auch auf seinen «maîre» Cristobal Balenciaga zurückzuführen ist. Doch vor allem war der elegante Komfort der Frauen ein wichtiges Anliegen für ihn. «Monsieur», wie ihn seine Mitarbeiter nannten, entwickelte die «Separates», also Blazer, Blusen, Jupes und Hosen, mit denen die Frauen ihre täglichen Looks selber stylen und zusammenstellen konnten. Ein veritabler Vorreiter des heutigen Stil-Verständnisses.»

Viviane Stadelmann

Die stellvertretende Online-Leiterin liebt die grenzenlosen Möglichkeiten der digitalen Welt. Sie schreibt besonders gern über die kleinen und grossen Absurditäten des Alltags, genauso wie über Mode, Literatur und Kunst.

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