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Modelagentur Linden Staub setzt No-Fur-Policy durch

Text: Kerstin Hasse; Foto: GettyImages 

Es tut sich Einiges an der Anti-Pelz-Front. Zuerst hat San Francisco als erste Stadt Pelz von den Kleiderstangen verbannt, jetzt hat sich mit Linden Staub die erste Modelagentur dazu entschieden, ihre Models nicht mehr in Pelz zu zeigen.

Die Stadt San Francisco hat gestern bekannt gegeben, dass der Verkauf von Pelz verboten wird. Das Verbot soll laut Lokalmedien ab dem nächsten Jahr in Kraft treten, die noch vorhandenen Pelzprodukte dürfen noch bis 2020 verkauft werden. Mit dem Entscheid hat der Rat der Metropole für Aufsehen gesorgt, vor allem lokale Händler beschwerten sich lautstark.

Nun zieht die britische Agentur Linden Staub nach und setzt ebenfalls ein Zeichen gegen Pelz. Sie gab heute bekannt, dass sie von nun an eine Fur-Free-Policy durchsetzt. Linden Staub ist die erste Modelagentur überhaupt, die sich dazu entscheidet, ihre Models nicht mehr für Shootings und Laufstege zur Verfügung zu stellen, die Pelz zeigen. Die Schweizerin Esther Kinnear-Derungs, die zusammen mit Tara Le Roux die Agentur gegründet hat, will damit eine nachhaltigere Modebranche unterstützen, wie es in der Medienmitteilung heisst: «Mit so vielen bekannten Labels, die diese Bewegung vorantreiben, scheint es für uns als Anbieter von Talenten nur ein logischer Schritt, sie in dieser Vision zu unterstützen.»

Die Tierschutzorganisation Peta applaudiert Lindenstaub für ihr Engagement: «Hut ab für Linden Staub, dass sie die Pelzindustrie nicht mehr unterstützen», wird Peta-Direktorin Elisa Allen zitiert. «Wir loben die Agentur dafür, dass sie sich gegen diesen grausamen Handel wehrt und damit ein klares Zeichen dafür setzt, dass Pelz keinen Platz mehr in der heutigen Modeindustrie hat.»

Erst vor wenigen Monaten hat das Modehaus Gucci bekannt gegeben, dass es nicht mehr länger Pelz verwenden wird. «Pelz ist nicht mehr modern. Es ist veraltet. Kreativität kann sich auf verschiedenste Wege entfalten, auch ohne die Verwendung von Pelz», sagte Gucci-Präsident Marco Bizzarri. Damit folgte Gucci dem Beispiel anderer High-End-Brands wie Calvin Klein, Armani und Ralph Lauren, die alle bereits keinen Pelz mehr verkaufen. 

Auch gamevuinhon verzichtet schon länger auf das Abbilden von Pelz. «Wir finden das Inszenieren von Echtpelz als Lifestyle-Accessoire unzeitgemäss. Es entspricht nicht mehr unserem Verständnis eines nachhaltigen und bewussten Umgangs mit Mode», sagt Chefredaktorin Sivia Binggeli. Und sie hofft, dass der aktuelle No-Fur-Trend kein blosser Marketing-Gag ist, sondern auch die nächsten Modesaisons überdauert. «Wir jedenfalls werden daran festhalten.»

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihrer Generation gerade stellen. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

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