Autotest

Der neue VW Beetle im Test

Text und Foto: Anja Broger

  • Hat das Fahrerlager gewechselt: Anja Broger

Für den neuen VW Beetle gab gamevuinhon-Praktikantin Anja Broger einer alten Liebe den Laufpass.

Schon als 14-Jährige stand für mich fest: entweder Mini oder gar nichts. Diese kleinen Flitzer mit ihren über hundert Pferden unter der Haube, dem Cockpit-ähnlichen Innenraum und den Lackierungen in allen Farben. Auf den Strassen sah ich ihnen nach, als wäre eben George Clooney mit Brad Pitt auf dem Gepäckträger vorbeigefahren. Ich war hingebungsvoll in den kleinen Engländer verliebt. Bis ich diesen Deutschen kennen lernte. Das Ende kam plötzlich, ich wollte es nicht wahrhaben.

Da stand es also, das Auto: ein 21st Century Beetle von VW – in Weiss. Die Farbe fand ich grässlich, das Auto unsympathisch. Ja, ich betrachte Autos nicht als Gegenstand, sondern als eine Art Lebewesen, das Gefühle hat – und Gefühle weckt. Typisch Frau eben. Dass ich später mit dem Mini Schluss machen würde und stattdessen den Beetle ein Leben lang bei mir behalten wollte, hätte mir nach dieser ersten Begegnung eigentlich schon klar sein müssen. Meistens verliebe ich mich in das, was ich anfangs doof finde. Meinen Freund fand ich erst auch … uncharmant.

Um ins Auto zu gelangen, brauchte ich keinen Finger mehr zu rühren. Keyless Access lautet das Zauberwort beziehungsweise die Sonderausstattung. Auch ins Zündschloss stecken musste ich nichts, nur den Power/Start-Knopf drücken – ausserordentlich praktisch. Ein lautes Röhren erklang. Ich schob den Schalthebel des Automaten runter auf Sport – die Rennfahrerin in mir wollte gleich zu Beginn wissen, was dieser Käfer zu bieten hat. Nun, eine ganze Menge: 200 Pferdestärken beschleunigen in weniger als 7.5 Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

Dank Doppelkupplungsgetriebe gibt es während des Schaltens keinen Leistungsverlust und keine Ruckler. Ich spürte, wie sich langsam die Endorphine in meinem Körper freisetzten. Betrog ich da gerade meinen Mini? In den beheizten Sitz gekuschelt, genoss ich die Musik aus Fender-Lautsprechern, die ihre Leistung automatisch der Geschwindigkeit anpassen. Mein Tipp: Hören Sie sich im Beetle «Charlie Brown» von Coldplay an! Irgendwann schaltete ich den Tempomaten ein, um mich der Innenausstattung mit Carbonoptik und dem elektrischen Schiebedach zu widmen.

Dank des integrierten Navi und den angezeigten Staumeldungen brachte mich mein süsser Käfer ohne Umschweife nachhause. Auf dem Parkplatz bewunderte ich ihn nochmals von aussen. Kombiniert mit dem schwarzen Heckspoiler sah das Weiss eigentlich ganz edel aus. Und dann diese roten Bremsklötze und die 18-Zoll-Alufelgen … Bye-bye Mini, ich steh jetzt auf VW. Sorry.

Motor: 2-Liter-Vierzylinder TSI
Fahrleistung: 200 PS, von 0 auf 100 km/h in 7.5 s
Höchstgeschwindigkeit: 223 km/h
Masse: Länge 4.28 m, Breite 1.81 m, Höhe 1.49 m
Leergewicht: 1439 kg
Kofferraumvolumen: 310 bis 905 l
CO2-Emissionen: 179 g/km
Energieeffizienzklasse: F
Verbrauch: 7.7 l/100 km
Preis: ab 38 400 Fr.
(getestetes Modell: 44 650 Fr.) Infos:

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