Autotest

Rebellisch: Der Opel Meriva Cosmo im Test

Text: Stephanie Hessl; Foto: Joan Minder

Opel Meriva
  • gamevuinhon-Volontärin Stephanie Hess, Opel Meriva – vor 15 Jahren ein undenkbares Team

So gut fühlen sich also Kompromisse an, dachte unsere Testerin im neuen Opel Meriva Cosmo.

«Von allem ein bisschen was.» Ein Spruch, den meine Freundinnen und ich in der Sek oft sagten, leise und abfällig. Ein bisschen von allem zu sein, fanden wir schlecht. Mittelmass. Erstrebenswert war, etwas so richtig zu sein. Selbstverständlich dachten wir, dass wir genau so sind: kompromisslos, in unseren Trainerjäckchen und mit den angefilzten Haaren. Aber selbstverständlich waren wir das nicht.

Der Opel Meriva ist nun genau das: von allem etwas. Er ist ein bisschen übersichtliche Sänfte für Senioren, ein bisschen umweltbewusster Flitzer, ein bisschen Minivan für die Familie. Er ist der aus Blech geformte Kompromiss. Opel drückt es so aus: «Der Opel Meriva passt sich jedem Lebensstil an.» Ich teste die gehobenere Variante des Autos, das Modell Cosmo. Und ich muss sagen, mehr als ein Jahrzehnt nach der Sekundarschule fühlt sich dieser rollende Kompromiss ziemlich gut an. Es dauert ein wenig, bis ich verstehe, was genau dieses Wohlgefühl auslöst. Im Opel Meriva sitzt man weiter oben als in anderen Autos – und ausserdem sehr bequem. Der Überblick ist so jedenfalls perfekt, das hat Opel schon bei anderen Autos sehr gut hingekriegt. Hinten, wo ich mit meinen Augen nicht rankomme, sitzt eine Kamera, die mich beim Rückwärtsfahren über jedes mögliche Hindernis informiert.

Anfangs macht mich dieses dritte Auge tatsächlich glücklich, weil sicher. Bald aber gereizt. Wenn ich beim langsamen Rückwärtsfahren aus einem Parkplatz wild blinkend auf ein vorbeifahrendes Auto hingewiesen werde. Oder beim Parkieren fast hysterisch vor Hindernissen gewarnt, wenn noch ein guter Meter dazwischen liegt. Sowieso ist der Wagen ein Klugscheisser. Unbeherrschtes Gepiepse, sobald man sich nur ein klein bisschen danebenverhält, sich beispielsweise – wie rüpelhaft! – nicht unverzüglich anschnallt. Aber welches neue Auto kommt schon ohne diese Zeigfingersysteme aus?

Die Ruhe kommt zurück, wenn ich aufs Gaspedal trete. Ein leiser, ansprechfreudiger und umweltfreundlicher Dieselmotor. Die Schaltung; butterweich.

Und dann gibt es noch etwas, das heraussticht am Opel Meriva: ein Hauch von Radikalität. Flexdoors, also verkehrt herum aufgehende Hintertüren. Die genaue Funktion dieser Türen erschliesst sich mir nicht sogleich. Hat Opel das tatsächlich einfach gemacht, um schnittig anders zu sein? Nein, es geht um die Gesundheit, um die Familie, heisst es beim Hersteller. Die Flexdoors bieten einen grösseren Einstieg als normale Hintertüren, was den Einbau von Kindersitzen und das An- und Abschnallen der Kleinen erleichtert. Zudem ermöglicht die Innovation eine «natürliche und ergonomische Körperbewegung» beim Ein- und Aussteigen.

Der Meriva hat was sympathisch Familiäres – und dank seiner Energieeffizienz ist er auch noch gut zur Umwelt. Nicht gerade rebellisch. Aber man wird ja auch älter.

Modell: Opel Meriva Cosmo
Motor: 1.6 Liter Diesel
Fahrleistung: 136 PS, von 0 auf 100 km/h in 9.9 s
Höchstgeschwindigkeit: 197 km/h
Masse: Länge 4.3 m, Breite 1.9 m, Höhe 1.6 m
Leergewicht: 1300 kg
CO2-Emission: 116 g/km
Verbrauch: 4.4 l/100 km
Energieeffizienzklasse: A
Preis: ab 31 500 Franken
Infos:

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