Reisetipp Südamerika

Postkarte vom Sehnsuchtsort Surinam

Text: Olaf Tarmas, Fotos: iStockphoto by Getty Images (2)

Postkarte vom Sehnsuchtsort Surinam
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Charmant kleinstädtisch: Paramaribo mit seinen alten Häusern im Kolonialstil

Die Ruhe selbst: Ein Bootstrip durch die Matapica-Sümpfe

«Danpaati River Lodge» am Suriname River

Früchte und Gemüse in allen Farben und Formen: Markt in Paramaribo

Souvenir

Tischdecke, Plaid oder schmuckes Gewand: Die bunten Tücher der Saramaccan-Stämme gibts in Paramaribo, aber auch in kleinen Souvenirshops in den Regenwald-Dörfern.

Ein kleines, kaum bekanntes Land im Norden Südamerikas hat das Zeug zum Sehnsuchtsort. Dafür spricht allein schon sein verträumtes Hauptstädtchen mit dem exotischen Namen Paramaribo.

Kleine Umfrage unter Freunden: Wo liegt Surinam? Die Antworten: Suri-was? Neben Vietnam? In Afrika? Falsch. Südamerika lautet die geografisch korrekte Antwort, knapp oberhalb des Äquators. Und doch – kulturell gehört das kleine Tropenland tatsächlich nach Asien und Afrika. Die Einwohner der ehemaligen niederländischen Kolonie sind Nachfahren westafrikanischer Sklaven oder chinesischer und indonesischer Plantagenarbeiter. Salsa-Musik? Fehlanzeige. Burritos und Enchiladas? Gibts hier nicht. Spanisch oder Portugiesisch? Nie gehört. Stattdessen isst man indonesisch und chinesisch, im Regenwald afrikanisch. Und spricht, selbst im tiefsten Dschungel, gepflegtes Niederländisch.

Was für ein seltsames Land! Ein schmaler Streifen Küste, der Rest ist Regenwald, nur zu erreichen in schmalen, motorisierten Holzbooten. Die Hauptstadt hört auf den klangvollen Namen Paramaribo – ein verschlafenes Kolonialstädtchen im Puppenstubenformat. Die Altstadt besteht aus schnuckeligen, weiss und dunkelgrün getünchten Holzhäusern in allen Stadien eines würdevollen, langsamen Verfalls. Einige sind aber auch liebevoll renoviert. Jede Kolonisierungswelle hinterliess spirituelle Spuren: Neben der Synagoge, in der sich die Nachfahren von portugiesischen Kaufleuten und jüdischen Plantagenbesitzern zum Gebet treffen, prunkt eine Moschee, nicht weit entfernt davon stösst man auf Hindu- und Bahai-Tempel.

Paramaribo ist das Sprungbrett für aufregende Erkundungstouren ins Landesinnere. Im Boot geht es rasant den breiten Suriname River hinauf. Mit jeder Flussbiegung wird der Regenwald dichter, neugierige Totenkopf-Äffchen turnen durchs Gebüsch. Eine kleine Wanderung vom Dorf Danpaati führt auf schmalen Pfaden durchs Lianendickicht zu einer kleinen Stromschnelle. Dort gleitet man auf riesigen, wirsingartigen Blättern über Fels und Wasser – ein tagtraumhaftes Erlebnis, bei dem man sich im Nachhinein fragt, ob es real war. Doch das fragt man sich so einige Male in Surinam.

Tipps

ESSEN & TRINKEN
 

Gute lokale Küche findet man in den zahllosen kleinen Imbissbuden, die indisch oder indonesisch inspirierte Reisgerichte und Pasteten servieren.

De Waag. Restaurant mit köstlichen Fischgerichten, die auf Bananenblättern und mit Süsskartoffeln serviert werden. Dazu abends oft Live- Musikprogramm. Waterkant 3, Paramaribo,

Zus & Zo. Coole Outdoor-Resto-Bar mit Allround-Karte. Tagsüber frische Fruchtsäfte, abends feine Cocktails. Auch sonst ein guter Anlaufpunkt: nebenan ein Veloverleih, im ersten Stock ein kleines Guesthouse, Ausflugsangebote und ein Souvenirshop. Grote Combeweg 13a, Paramaribo,

SCHLAFEN

Albergo Alberga. Aussen schmuckes Kolonial-Holzhaus, innen einfach, mit schöner Veranda und einem kleinen Pool im Hinterhof – und das mitten in der Altstadt. DZ ab ca. 30 Fr.,

Plantage-Resort Frederiksdorp. Früher schufteten hier die Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern, dann war es eine Polizeistation: Man schläft in ehemaligen Zellen, Beamtenlogis oder neuen Deluxe-Hütten. Reiches Ausflugsprogramm. DZ ab ca. 220 Fr.,

Danpaati River Lodge. Ein Dschungel-Idyll auf einer kleinen Insel im Suriname River. Komfortable Hütten, paradiesische Fluss-Badestelle, engagiertes Personal aus der Region, tolle Ausflüge in den Regenwald – eine Vorzeige-Lodge! 3-Tage-Package mit Vollpension und Exkursionen ca. 390 Fr. pro Person (Einzelübernachtungen nicht möglich),

Lodgehopping. Vier- bis siebentägige Touren auf dem Oberen Suriname River zu Dörfern der lokalen Saramaccan-Kultur im Regenwald. Jede Nacht eine andere Lodge, dazu faszinierende Einblicke in die Lebensweise der Nachfahren afrikanischer Sklaven – vom Kassave-Brotbacken bis zu Musik und Tanz.

ANREISE

Flug von Zürich nach Amsterdam, günstig z. B. mit Transavia, transavia.com, von Amsterdam nach Paramaribo mit Suriname Airways,

Deutschsprachiger Veranstalter für individuelle Rundreisen: . Tagesausflüge und Rundreisen vor Ort: Waterproof Tours,

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