Walk on the White Side

Winter-Spaziergang im Lötschental

Redaktion: Kerstin Hasse; Fotos: Fabian Unternährer

Winterspaziergang im Lötschental
Winterspaziergang im Lötschental
e
f

Panorama vom Hockenhorngrat: Vierzig Viertausender auf einen Blick

«Es ist schön,so nah am Himmel zu sein»: Das Bietschhorn im Wallis fasziniert sogar die Bündnerin

Alles fährt Ski? Wir nicht! Wir spazieren durch die winterliche Schweiz. Gemütlich, damit wir das Knirschen des Schnees unter den Füssen hören. Dieses Mal: Die Bündnerin im Wallis.

Als Bündnerin hat man es nicht einfach. Werden zum Beispiel Vorschläge für eine Wintergeschichte in der Redaktion gesammelt und sprudelt man nur so vor Ausflugsideen im schönsten Kanton der Schweiz, schüttelt der Reisechef den Kopf. Nanana. Die Bündnerin, die soll sich mal was anderes ansehen.

Ab ins Wallis also. Zum ersten Mal in meinem Leben, Schande über mich, nach Blatten im Lötschental, auch bekannt als das Ende der Welt. Hinter Blatten ist nichts mehr. Nur noch Berg, Wald, Gletscher und heulende Wölfe, die nachts durchs Dorf schleichen und heimkehrende Blasmusikanten daran hindern, die Brücke zum Dorf zu passieren. Kein Witz, der Ex-Gemeinderat persönlich hat mir das erzählt!

Im Lötschental gibt es den höchsten Höhenwanderweg Europas. Ab Wiler (das Nachbardorf von Blatten) erreicht man ihn per Gondel, Bähnli und nochmal Bähnli bis zur Station Gandegg, dann gehts mit der imposanten Gletscherbahn weiter auf den Hockenhorngrat auf 3111 Metern. Ein kurzer, gut präparierter Weg führt zum Aussichtspunkt. Achtung vor übermotivierten Wintersportlern, die den Weg verbotenerweise nutzen, um mehr Tempo bei der Abfahrt aufzunehmen.

In 15 Minuten hat man es zur Plattform geschafft. Aussichtstafeln helfen, die vierzig Viertausender zu identifizieren, die das Panorama schmücken. Wenn das Wetter mitspielt und die Wolken nicht zu dicht über den Gipfeln hängen, sieht man sogar das Matterhorn. Zugegeben: Auch das sehe ich zum ersten Mal (ich weiss, noch grösser die Schande), und es macht selbst einer Bündnerin Eindruck. Schneeflocken tanzen durch die kalte Luft und landen auf meiner Jacke. Es ist schön, so nah am Himmel zu sein.

Infos

Spaziergang: Von der Station Hockenhorngrat bis zur Aussichtsplattform und zurück ca. 45 Minuten

Einkehren: Im Restaurant des Hotels Edelweiss in Blatten gibts alle kulinarischen Klassiker der Region. Für den Lötschentaler Speck und die feine Käseschnitte würde ich sofort wieder ins Wallis reisen. Von der Terrasse aus kann man den Gletscher bewundern und ein Glas Weissen aus der Region geniessen.

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihrer Generation gerade stellen. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

Alle Beiträge von Kerstin Hasse

Kommentare

Empfehlungen der Redaktion

Walk on the White Side

Winter-Spaziergang im Fextal

Von Frank Heer

Mehr aus der Rubrik

Postkarte

Belfast: Stadt der Sehnsucht

Von Stephanie Hess