Trendfrisur Pixie

Superkurz ist superhip

Redaktion: Olivia Goricanec; Fotos: Johanna Hullar, Mihály Demeczky (3); Make-up: Rachel Bredy

Trendfrisur Pixie-Cut

Drei gamevuinhon-Leserinnen haben den grossen Schnitt gewagt und sich vom Team von Niall Wykes Hairdesign Zürich einen Pixie schneiden lassen. 

Aude-Claire Gerber (57), Spitalsekretärin aus Zürich

«Als mein jüngerer, 21-jähriger Sohn erfuhr, dass ich mich beim Instagram-Aufruf von gamevuinhon für die Pixie-Cut-Veränderung beworben hatte, schüttelte er nur den Kopf. In meinem Alter auf Instagram zu sein, sei bereits ein No-Go. Und dann noch kurze Haare? Ich bin seit 35 Jahren mit meinem Mann zusammen und trug schon einmal einen Kurzhaarschnitt. Er fand die Frisur damals zwar schön, inzwischen bin ich aber doch ein wenig älter. Ich habe ihm im Vorfeld nichts gesagt. Einfach machen, nicht lange darüber diskutieren und nachdenken, habe ich mir gesagt. Ausserdem stecke ich mein Haar seit vielen Jahren mit einer Haarspange hoch und trage es nie offen. Ob ich sie hinten nun ganz abschneide, macht doch keinen Unterschied, dachte ich mir. Und ich hatte Lust auf eine Veränderung. Meine Chancen, von gamevuinhon ausgewählt zu werden, schätzte ich aber als verschwindend klein ein. Nur schon wegen meines Alters und ersten grauen Haaren. Es kam jedoch anders und plötzlich machte mir das bevorstehende Shooting mehr Angst als der Pixie-Cut selbst. Meine kurzen Haare gefallen mir auch nach einigen Tagen immer noch. Mein Mann meinte, ich sähe ja fast so aus wie vorher. Wie ich vermutete! Als ich meinen älteren Sohn mit Kurzhaarschnitt am Flughafen abholte – er wusste ebenfalls von nichts –, sagte ich ihm, er solle mir mal am Nacken durchs Haar fahren. Meine seien nämlich um einiges kürzer als seine. Das amüsierte ihn sehr.»

 

Melanie Dörig-Giger (35), KV-Angestellte, aktuell Mutter und Hausfrau aus Appenzell

«Der Coiffeurtermin stand bereits fest. Die Haare mussten ab. Der Frühling kommt und ich brauchte eine Veränderung. Einen Look so kurz wie einen Pixie hatte ich allerdings nicht geplant. Seit vielen Jahren bewundere ich die gamevuinhon-Leserinnen, die sich in der Rubrik ‹Ganz mein Stil› umstylen lassen. Mich anzumelden, hatte ich mich leider bis anhin nie getraut. ‹Hopp, mach schon›, fand mein Mann, als ich den Aufruf auf Instagram sah. Meine Söhne sind nun in einem Alter – drei, fünf und sieben Jahre –, in dem ich mir morgens wieder mehr Zeit im Badezimmer gönnen kann. Bis jetzt reichte es meistens nur fürs Zusammenbinden der Haare. Lustigerweise hatte ich viel mehr Bammel vor dem Shooting als vor dem Schnitt. Die Haare wachsen nach, die Bilder in der gamevuinhon jedoch bleiben. Am Vortag des Makeovers konnte ich nichts mehr essen und trank nur Kaffee. Im Nachhinein bin ich aber überglücklich, denn alles hat super geklappt. Mein Mann findet die neue Frisur sogar besser als die alte, und meine Eltern und Freunde sind ebenfalls begeistert. Bei meinen Sprösslingen hatte der Jüngste etwas Anfangsschwierigkeiten mit der ‹neuen› Mami. Obwohl ich ihn vor dem Coiffeurbesuch auf die Veränderung vorbereitet hatte, durfte ich ihn in den ersten 48 Stunden nicht in die Arme nehmen. Und einmal beobachtete ich ihn, wie er mich – in der Küche stehend – zuerst gar nicht erkannt hat. Lustigerweise passierte mir das selbst am Tag nach dem Haarschnitt, als ich mich im Spiegel betrachtete. Dass ich nach dem Besuch im Hallenbad mit Föhnen und Anziehen gleichzeitig wie meine Männer fertig war, fanden dann aber alle toll – sogar der Kleine.»

 

Anna Klokow (25), Kommunikationsdesignerin aus Basel

«Während mich mein Freund, mein Vater und meine männlichen Kollegen bei dieser Aktion total unterstützten und ermutigten, den Schritt zur Kurzhaarfrisur zu wagen, war die Reaktion der Frauen in meinem Umfeld eher verhalten. Ich solle mir das gut überlegen, meinten sie. Letzten Sommer bin ich aus Deutschland von Konstanz nach Basel gezogen und habe mir ein neues Umfeld aufgebaut. Mir ist es wichtig, was die Menschen von mir denken, und die teils eher negativen Reaktionen auf den bevorstehenden Radikalschnitt haben mich schon etwas verunsichert. Da aber mein Freund tendenziell wenig Angst vor Veränderungen hat, unterstützte er mich. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Drei Tage vor dem Makeover überkam mich in der Nacht jedoch Panik. Ich wollte diese Veränderung zwar unbedingt. Aber was, wenn mir das Resultat nicht gefallen und ich damit unglücklich würde? Hilfe! Nach dem Abenteuer kann ich sagen: Mein Kurzhaarschnitt ist befreiend und ich bin froh, den Schritt gewagt zu haben. Zwischendurch fasse ich mir an den Kopf und zucke zusammen: keine Haare! Und dann frage ich mich, ob doch noch irgendwann Bedauern eintreten wird. In Sachen Styling muss ich mir noch etwas mehr Gedanken machen. Ohrringe kommen jetzt wieder zur Geltung. Ich könnte auch femininere Kleider tragen, ein schöner Kontrast zur Frisur. Interessant fand ich die Reaktionen meines Umfelds; der Spiess hatte sich umgedreht. Die Frauen fanden die Frisur toll, die Jungs – abgesehen von meinem Freund – plötzlich ‹schon sehr kurz› und sie brauchten einige Zeit, bis sie sich an meinen neuen Look gewöhnt hatten. Weil ich eine eher introvertierte Person bin, hatten sie vermutlich nicht gedacht, dass ich es wirklich tun würde.»

Schnipp, schnapp, Haare ab: Das Video zum Umstyling finden Sie hier
 

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