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Viva Grotto!

Text: Kerstin Hasse; Fotos: Kerstin Hasse, Facebook 

Grotto Tessin
Grotto Tessin
Grotto Tessin
Grotto Tessin
Grotto Tessin
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Bella Polenta:

Ganz idyllisch bei einem Naturbecken liegt das Grotto Pozzasc. Die Hausspezialität, Spezzatino mit Polenta, ist wärmstens zu empfehlen, genauso wie ein anschliessender Verdauungsspaziergang durch die wunderbare Natur, die dieses Grotto umgibt.

 

– Grotto Pozzasc, Al Fiume, Peccia, Tel. 091 755 16 04,

(Quelle Foto: facebook.com)

Gute Aussichten:

Früher haben sich hier im Grotto America die Tessinerinnen und Tessiner getroffen, die auf dem Weg nach Amerika waren. Das Grotto in Ponte Brolla war der Treffpunkt, um sich zu verabschieden, bevor man über den Atlantik segelte. Heute ist das Grotto noch immer Treffpunkt – sowohl für Einheimische als auch für Touristen, die sich bei der wunderbaren Kulisse über der Melezza ein feine Tessiner Platte teilen oder einen Risotto geniessen. Nach dem Essen kann man sich bestens auf einem der glatt geschliffenen Felsen sonnen oder ins Wasser springen. 

 

– Grotto America, Via ai Grotti 71, Ponte Brolla, Tel. 091 796 23 70,

Heimelig:

Auch vom Grotto La Baita aus hat man einen wunderbaren Ausblick – und zwar über den Lago Maggiore und die Magadinoebene. Auf der Karte stehen feine Klassiker wie Ossobuco oder Brasato, ausserdem bieten die Gastgeber Claudia und Gianluca in ihrem heimeligen Grotto leckere Käse- und Wurstspezialitäten aus der Region an. 

 

– Grotto La Baita, Via Orgagna 75b, Magadino, Tel. 091 780 43 38,

(Quelle Foto: facebook.com/grottolabaita.ch)

Am See:

Zum Grotto dei Pescatori gelangt man per Wanderweg, es ist etwa eine Stunde von den Cantine di Gandria entfernt. Wer es ein wenig spektakulärer will, bestellt ein Boottaxi und lässt sich über den Lago di Lugano chauffieren. Die Karte ist klein, die Aussicht über Lugano, Castagnola und Gandria spektakulär und das Essen sehr, sehr lecker. 

 

– Grotto dei Pescatori, Caprino, Tel. 079 230 17 27,

(Quelle Foto: facebook.com/grottopescatoriluganocaprino)

Wie zuhause:

Das Grottino Ticinese in Losone hält, was der Name verspricht: Hier gibt es feine Tessiner Klassiker wie Polenta, Risotto oder Cicorièta coi scigol «fin ca ga né», einen bitteren Salat mit Zwiebeln, der nach dem Prinzip «Es hätt, so langs hät» serviert wird. Unbedingt reservieren!

 

 – Grottino Ticinese, Via S. Materno 10, Losone, Tel. 091 791 32 30,

(Quelle Foto: facebook.com/grottinoticinese)

Fünf Lieblingsgrotti im Tessin: Denn egal ob Spezzatino, Risotto oder Luganiga – unsere Autorin liebt die authentische Grottoküche. 

Ich reise schon seit vielen Jahren mit meinem Freund ins Tessin. Ein Kanton, den ich lang verschmähte, weil ich ihn als bünzlig und langweilig empfand – aber durch ihn kennen und lieben lernte, zum Glück! Heute weiss ich, wie viel das Tessin an Kultur, Natur und Kulinarik zu bieten hat. Für mich hängt das Erkunden eines Orts sehr stark mit Genuss zusammen. Ich muss eine Region schmecken, damit ich sie verstehen kann. Über die Jahre hinweg habe ich ausgiebig solche kulinarischen Entdeckungsreisen unternommen. Mittlerweile kenne ich mehrere Grotti im Tessin, die ich liebe und oft besuche. Eine kleine Auswahl habe ich zusammengestellt – mehr über das Tessin erfahren Sie zudem im aktuellen Heft in unserer Sommerreportage aus der Schweizer Sonnenstube. 

Grotto stammt vom italienischen Begriff Grotta, der übersetzt Felshöhle bedeutet. In diesen Höhlen wurden früher im Tessin Wein und Lebensmittel gelagert, sie waren quasi die Kühlschränke der Bevölkerung. Über die Zeit hinweg wurden in den Grotti auch Weindegustationen und Spezialitäten angeboten, im 19. Jahrhundert wurden dann die ersten Ausschanklizenzen für Grotti vergeben. 

Heute zeichnen sich Grotti vor allem durch ihr Aussehen – die traditionellen Bänke und Tische aus Granit – und ihr kulinarisches Angebot aus. Risotto, Polenta, Rindsbraten (Brasato), Kaninchen (Coniglio) oder Minestrone werden in einem klassischen Grotto serviert, dazu Wurst- und Käsespezialitäten. Den meisten Besitzerinnen und Besitzern der Lokale ist es besonders wichtig, dass sie regionale Lebensmittel servieren und damit zu einer authentischen Tessiner Gastronomie beitragen. Soll heissen: In einem Grotto gibt es eigentlich weder Pizza noch Pasta – und es gehört auch nicht zum guten Ton, danach zu fragen. Schliesslich ist man nicht in Italien, sondern im Tessin. Ausserdem gehörten die Boccalini, die kleinen Bauchkrüge aus Ton, eigentlich nicht zur Grottotradition. Sie sind eine Tourismuserfindung, die sich seit den 1950er-Jahren in manche Lokale geschlichen hat. Vom Tessinausflug brachte man ein Boccalino als Souvenir nachhause, Punkt. Aus den Tazzin wiederum – das sind die kleinen henkellosen Tassen – trinkt man den Wein tatsächlich schon seit der Zeit der ersten Grotti. 

Einen guten Überblick über authentische Grotti liefern  sowie der Onlineguide  

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihrer Generation gerade stellen. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

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