Das Kompliment

Liebe Busy Philipps

Text: Kerstin Hasse; Foto: GettyImages 

Liebe Busy Philipps

Sie werden diesen Text wohl nie lesen, und wenn doch, dann müssten Sie sich die Mühe machen, das Ganze ins Englische zu übersetzen. Drum lassen Sie mich das beim Kern des Texts kurz für Sie übernehmen, damit Sie die Essenz verstehen: Dear Busy Philipps, I would really like to be your friend!

Die Gründe dafür sind zahlreich. Ich halte Sie tatsächlich für die lustigste Person auf Instagram. Ihre Stories sind es wert, den Ton einzuschalten, Ihre Posts sind witzig und intelligent und poetisch – das sehe nicht nur ich so, sondern über eine Million Menschen, die Ihnen folgen. 

Als ich Sie für das Kompliment vorgeschlagen habe, haben meine Arbeitskolleginnen trotzdem zuerst verdutzt reagiert. Wer ist das noch mal? Als ich ihnen ein Bild von Ihnen zeigte und die Zauberworte «Dawson’s Creek» fallen liess, folgte der Aha-Moment. Aber irgendwie ist es auch sinnbildlich für Sie, dass Sie nicht auf den ersten Blick erkannt werden. Lange besetzten Sie auf der Leinwand die Rolle der besten Freundin. Aber da hat sich in den letzten Jahren vieles geändert. Sie haben sich auch eine Karriere neben dem Filmgeschäft aufgebaut: Im Herbst veröffentlichen Sie Ihr erstes Buch, und demnächst startet Ihre eigene Talkshow.

Ich weiss, Sie haben eigentlich schon eine beste Freundin, und zwar Michelle Williams. Diese zauberhafte kleine Elfe, die ebenfalls in Dawsons Clique war und die zeigt, wie grossartig man mit einem Pixie-Haarschnitt aussehen kann. Ihre Freundschaft dokumentieren Sie liebevoll in den Social Media. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will mich da nicht hineindrängen, nein, ich möchte mich eher einfach dazugesellen.

Die Schauspielerin Gillian Jacobs, die wir alle aus der Netflix-Serie «Love» kennen und lieben, widmete Ihnen vor einigen Monaten eine Freundschaftserklärung auf Instagram. Sie schrieb, dass Sie es waren, die sie damals in Los Angeles aufgenommen hat. «Ich bin so froh, dass ich in den Busy-und-Marc-Freundeskreis aufgenommen wurde», schrieb sie und bezog sich damit auch auf Ihren Mann, den Produzenten Marc Silverstein. «Ein Freundeskreis voll von Spass, Gelächter und grossartigen Dinnerparties.»

Ich glaube, dass wir uns an so einer Dinnerparty grossartig verstehen würden. Ich teile mit Ihnen nicht nur die Leidenschaft für gutes Essen und gute Cocktails, sondern auch die Lust am Lachen – und die Lust am Leben. Sie sind ein emotionaler Mensch, und das verstecken Sie nicht – mir geht es genauso. Regelmässig weinen Sie in Restaurants, einfach, weil grad etwas passiert ist, das diese Tränen fordert. Weil zum Beispiel grad ein Song von R.E.M. im Hintergrund läuft oder weil Sie ein Theaterstück gesehen haben, dass Sie noch immer berührt. Sie können über sich selbst lachen. Laut und oft. Sie sind ein Vorbild als Mutter – auch, weil Sie zeigen, dass Sie nicht perfekt sind. Als Ihre Tochter in den letzten Ferien ihre beiden Teddys verlor und Sie das erst unterwegs merkten, starteten Sie eine Social-Media-Suchkampagne. Immerhin einer der beiden Gefährten ist so wieder aufgetaucht. Das Bild, wie Sie zwischen all Ihren Koffern sitzen, die Sie panisch nach den Bären durchsucht hatten (natürlich tränenreich!), wird mir noch lange im Kopf bleiben (da habe auch ich eine Träne verdrückt).
Sie haben Spass an Mode, aber Sie unterwerfen sich nicht irgendwelchen Trends. Ihre Kleider sind bunt und glitzernd, sind manchmal ein wenig schräg und dann wieder classy und dezent. Ich kenne niemanden, der in einem komplett pinken Hosenanzug so toll aussieht wie Sie. Und da sind natürlich Ihre Haare! Die mal pink und dann peachy und dann wieder platinblond sind. Kann man als erwachsene Frau und Mutter nicht tragen? Von wegen! Sie sind der Inbegriff einer richtig coolen Frau, mit der ich jederzeit, sofort, hundert Pferde stehlen würde.

Dear Busy Philipps, I think you are amazing!

xoxo

Kerstin Hasse

Kerstin Hasse

Die Online-Reporterin interessiert sich für die Fragen, die sich ihrer Generation gerade stellen. Sie schreibt über Politik und Popkultur, über Feminismus und Gleichstellung, über Beziehungen und – typisch Millennial – manchmal auch über sich selbst.

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