Gedächtnislücke

So merken Sie sich Namen besser

Text: Kimberly Truong; Foto: iStock/jacoblund
 

 

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Wie wir uns Namen besser merken können

Sarah, Sabine oder doch Sandra? Unser Gedächtnis tut sich bei neuen Bekanntschaften oft mit dem Namen schwer. Was lässt sich dagegen tun? 

Gehören Sie auch zu den Menschen, die regelmässig sagen: «Wie heissen Sie noch mal? Sorry, aber ich kann mir einfach keine Namen merken. Gesichter gehen, aber Namen…». Dann kann ich Sie beruhigen, denn Sie sind nicht allein. Namen können sich die meisten nämlich tatsächlich schwer einprägen und dafür gibt es einen Grund.

Der Hintergrund

Laut einer aus dem Jahr 2017 liegt es hauptsächlich daran, dass Namen willkürlich gewählt werden – sie beschreiben weder den Charakter noch das Äussere der Person und haben insofern keine konkrete Bedeutung. Wenn Sie jemanden kennenlernen und den Namen zum ersten Mal hören, vergessen Sie ihn also möglicherweise schnell wieder, weil Ihr Kopf ihn, einfach gesagt, nicht direkt mit dem dazugehörigen Menschen abspeichert.

«Eine weit verbreitete Annahme ist, dass das Problem nicht etwa auf die Fähigkeit sich Dinge zu merken zurückzuführen ist, sondern auf die hohe Interferenz, also die Überlagerung von bereits gelerntem Stoff durch neuen, ähnlicher Namen», erklärt Dr. Weiwei Zhang, ein Assistant Professor an der University of California, Riverside, der sich auf das menschliche Gedächtnis spezialisiert hat.

Anders gesagt: Namen sind nicht einzigartig, Gesichter schon. Sie kennen womöglich mehrere Menschen mit demselben Namen, was es Ihnen erschwert, verschiedene Personen unter einem «Label» abzuspeichern. Gesichter gleichen sich dagegen nur selten, weshalb sie sich viele auch besser merken können. Ausserdem können wir Gesichter buchstäblich sehen, Namen nicht – ausser, wenn jemand wirklich so aussieht, wie sie*er heisst, aber das ist eine andere, spannende Geschichte. Es gibt nämlich tatsächlich eine Studie, bei der Namen unbekannten Menschen zugeordnet werden sollten und die Trefferquote war überraschend hoch!

Aber zurück zum Thema: Es gibt noch einen weiteren Grund, warum Sie den Namen Ihres Gegenübers direkt wieder vergessen haben könnten: Vielleicht haben Sie sie oder ihn auf einer Party kennengelernt und denken, Sie sehen die Person eh nie wieder. Also versuchen Sie erst gar nicht, sich den Namen einzuprägen. Das klingt vielleicht ganz schön abgeklärt, aber so ist es nun mal – alles können wir uns nicht merken, also sortieren wir (unterbewusst?) aus.

Tipps & Tricks

Jetzt wo Sie wissen, woran das mit den Namen liegen könnte, fragen Sie sich vielleicht, ob Sie Ihrem Gedächtnis künftig etwas auf die Sprünge helfen können. Die Antwort lautet: Ja, können Sie. Da wäre zum Beispiel der House-Bunny-Trick: Hier wiederholen Sie einfach den Namen einer Person, direkt nachdem sie sich vorgestellt hat (die Exorzistenstimme ist optional). Sie können auch versuchen, es Ihrem Gehirn etwas zu erleichtern, indem Sie nicht nur den Namen wiederholen, sondern noch ergänzen, wen Sie noch kennen, der genauso heisst. Angenommen Steffi stellt sich vor, dann antwortest Sie einfach: «Hi Steffi, wie geht’s? Meine Lieblingstante heisst auch Steffi» – oder so was in der Art. Sollte das immer noch nicht reichen, können Sie den Namen auch noch Mal bewusst ins Gespräch einbauen: «Und was machen Sie beruflich, Mark?»

Ausserdem kann es hilfreich sein, den Namen bewusst mit etwas zu assoziieren. «Wenn wir uns einen Namen eingeprägt haben, dann meist, weil er im episodischen Gedächtnis gelandet ist». Dort speichern Sie alles ab, das Sie unmittelbar betrifft, wie Ihre glücklichsten Momente, peinlichen Missgeschicke und Menschen, die eine wichtige Rolle in Ihrem Leben spielen oder gespielt haben. «Wir merken uns also nicht nur den Namen der Person, sondern auch alle Informationen, die wir mit ihr verbinden», so Dr. Zhang. Wenn Sie den Namen Ihrer neuen Kollegin also nicht direkt wieder vergessen wollen, dann versuchen Sie sich gleichzeitig Details über sie zu merken – die Art und Weise, wie sie lacht, läuft oder redet zum Beispiel. «Forschungsergebnisse von Gedächtnisexperten deuten darauf hin, dass es helfen kann, so viele Informationen wie möglich zu einem Namen zu sammeln und so eine episodische Erinnerung zu formen», sagt Dr. Zhang.

Wenn das alles nicht funktioniert, dann scheuen Sie sich nicht davor, einfach noch mal nachzufragen. Und zwar lieber zu früh als zu spät, damit Sie Ihr*e Freund*in nicht nach drei Monaten noch mit «Hey du» anreden müssen.

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