Technik und Informatik

Der Tec-Nachwuchs wird weiblich

Text: Jessica Prinz; Foto: Pexels

Der Tec-Nachwuchs wird weiblich

Ran an die Computer, Girls! Mit dem Programm Swiss Tec Ladies motiviert die Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften junge Frauen, die Zukunft der Technik zu beeinflussen.

Die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften in Zürich lanciert ein neues Programm für junge Frauen mit technischem Flair. Für das Programm namens Swiss Tec Ladies konnten 80 erfolgreiche Frauen aus Technik und Informatik gewonnen werden, die als Mentorinnen und Rollenmodell für Nachwuchstalente fungieren. Während zehn Monaten sollen den Teilnehmerinnen mithilfe von Workshops, Betriebsbesichtigungen und einem Mentoringprogramm verschiedene Berufe rund um Technik und Informatik nähergebracht werden.

«Technik und Informatik wird oft als männlicher Bereich eingeordnet, viele Frauen trauen es sich deshalb nicht zu, in dieser Branche zu arbeiten», sagt Béatrice Miller, Leiterin Nachwuchsförderung Technik an der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften in Zürich. Bei Mädchen sei es ausserdem oft schwierig, Selbstvertrauen aufzubauen, dies bedürfe viel Lob, persönliche Erfolgserlebnisse und Rollenbilder. «Besonders die Vorbilder fehlen uns in der Schweiz. Es gibt allgemein wenige Frauen in der Technik- und Informatikbranche, dementsprechend ist die Wahrscheinlichkeit tief, dass man sie kennt.»

Als Ingenieurin habe sich Miller immer gewünscht, Tipps von Frauen zu erhalten, um sich in der Männerdomäne zurechtzufinden. Ebensolche Vorbilder spürten sie und ihr Team deswegen nun auf: Frauen, die in der Arbeitswelt gut integriert sind und die Zukunft der Technik beeinflussen. «60 Prozent unserer Mentorinnen kommen aus Unternehmen, 40 Prozent aus Schulen und Nonprofit-Organisationen. Insgesamt 80 Frauen konnten wir für unser Programm gewinnen, mehr als doppelt so viele, wie erwartet.» Dies sei zum einen darauf zurückzuführen, dass viele Kanäle bei der Ausschreibung genutzt wurden. «Zum anderen sehen die Frauen den Sinn hinter dem Programm und sind motiviert, ihre Erfahrungen weiterzugeben.»

Laut Miller wollen junge Mädchen vor allem den Sinn in ihrer Beschäftigung sehen. Und den will man ihnen vermitteln: «Indem sich die Mädchen an Workshops und Betriebsbesichtigungen intensiv mit der Thematik auseinandersetzen, sollen sie erkennen, wie unsere Welt und unser Alltag durch Technik und Informatik beeinflusst werden und so den Sinn hinter der Tätigkeit erkennen.»

 

Swiss Tec Ladies bietet 80 Mädchen im Alter von 13 bis 16 Jahren die Chance, sich für ein Mentoring zu bewerben. Über eine Online-Challenge kann man sich für das Programm qualifizieren. Das Programm wurde von der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften in Zürich ins Leben gerufen. Mit Mentorinnen sollen die Persönlichkeit der Mädchen und ihr Selbstvertrauen gestärkt werden. Zudem finden während zehn Monaten Workshops zu verschiedensten Themen (ja, auch Hacken!) oder Betriebsbesichtigungen in grossen Unternehmen wie zum Beispiel dem Briefzentrum in Härkingen SO statt. Alle Infos auf

 

Jessica Prinz ,
Online-Praktikantin

Die Online-Praktikantin mag allerlei Menschen und erzählt gern deren Geschichten – am liebsten multimedial. Sie plädiert für weniger Scheuklappengefühl beim Spaziergang durch die Welt und reist besonders gern nach Osteuropa.

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