Fab Five

5 Highlights der London Fashion Week

Text: Barbara Loop; Fotos: Imaxtree, Getty Images

London Fashion Week 2019 Harper Beckham und Anna Wintour
London Fashion Week 2019 Chloe Sevigny bei Simone Rocha
London Fashion Week 2019 Ports 1961
London Fashion Week 2019 Grace Wales Bonner
London Fashion Week 2019 The Weave Projekt
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Das doppelte Lottchen

Der Partnerlook ist total angesagt, und wie jeder Trend hat auch dieser seine stilbildenden Influencer: die Twin-Fluencer. Nun wurde in London ein neues Stil-Pärchen gesichtet: Victoria Beckhams Tochter Harper sass bei Mamas Show in der Frontrow neben Anna Wintour – mit passendem Haarschnitt. Die Frage nach dem Berufswunsch der Kleinen dürfte sich damit erübrigt haben.

Chloë Sevigny auf dem Runway von Simone Rocha

Simone Rochas Castings zähle ich längst zu den besten überhaupt. Kaum eine andere Designerin bringt Diversität so mühelos und Hashtag-befreit auf den Punkt wie sie: Rocha lässt auch ihre neuste Kollektion von Freundinnen, namhafte Künstlerinnen sowie bekannten und unbekannten Models jeden Alters präsentieren – und von Chloë Sevigny. Die Schauspielerin gehört zu Rochas grössten Fans. Das spricht für Simone Rocha, den Sevigny ist längst eine Modeikone, und zwar eine der richtigen coolen Sorte: Sie liebt die Mode und nimmt sie trotzdem nicht allzu ernst. Man achte übrigens auf den perlenbesetzten Haarschmuck, das Accessoire zeichnet sich schon jetzt als Must-Have der Wintersaison ab.

Ports 1961

Vor fünf Jahren hat Nataša Čagalj die kreative Leitung des in Vergessenheit geratenen Label Ports 1961 übernommen. Nach dem vielversprechenden Start, den das Label noch an den Mailänder Modewochen hinlegte, dem aber eher etwas orientierungslos anmutenden ersten Londoner Auftritt vor zwei Jahren, zeigt Cagalj in dieser Saison einmal mehr ihre ganz grosse Klasse: Materialverliebte, perfekt geschnittene, zerschnittene und neu zusammengesetzte Looks, die fast passgenau die Lücke auszufüllen vermögen, die Phoebe Philo nach dem Abgang bei Céline hinterlassen hat.

Grace Wales Bonner

Sie gehört zu den wenigen wirklich eigenständigen jungen Stimmen des Modedesigns. Grace Wales Bonner setzte sich zu Beginn ihrer Karriere mit schwarzer, männlicher Identität auseinander, jetzt macht sie neben Männer- auch Frauenmode. Der Kunst wesentlich näher als dem Kommerz, aber bei all der Theorie im Hintergrund tragbar und handwerklich gut gemacht. Übrigens: Die Londoner Serpentine Gallery zeigt noch bis zum 17. März die von ihr kuratierte Ausstellung «A time for new dreams». Endlich einmal keine langweilige Modeausstellung, sondern ein Einblick in das Denken einer Designerin, präsentiert anhand der Arbeiten von Künstlern und Autoren, die ihre kreative Sprache geprägt haben.

The Weave Projekt von Anya Hindmarch

Für viele passen Modeschauen nicht mehr wirklich in unsere Zeit. Deswegen mutieren manche Shows zu wahren Popkonzerten, andere zu exklusiven Happenings. Die Accessoires-Designerin Anya Hindmarch hat eine richtig gelungene Alternative gefunden. Sie präsentiert ihre Neeson Collection Weave Project mit einer Installation des Künstlerkollektiv Numen/For Use: ein riesiges Geflecht, das die Besucher erklettern können.

In London gibt es nur eine Blickrichtung, und die zeigt nach vorne. Die Designtalente, die Show-Konzepte, die Modelcastings und die Stilpäpstin von morgen in den Top 5 von gamevuinhon Lifestyle-Chefin Barbara Loop.

Während andere Metropolen mit geschichtsträchtigen Modehäusern glänzen, interessiert in London nur das, was morgen ist. Das liegt am Mythos der Stadt, die von den Swingin' Sixties über den Punk bis hin zur Techno-Kultur nie älter geworden ist. Hier liegt immer ein bisschen Rebellion in der Luft. Handfest war das in dieser Saison etwa bei den Diskussionen rund um den Brexit, der auch die Modeszene im Mark treffen wird. Und mit dem politischen Kampfgeist, den der British Fashion Council mit mehreren Programmpunkten zu Klimaschutz und Gleichberechtigung mit den protestierenden Umweltaktivisten teilt. Dass sich in London immer etwas bewegt, liegt aber auch am renommierten Central Saint Martins College, das so rebellische Designer hervorgebracht hat wie Alexander McQueen oder Stella McCartney. Die jungen Talente der Stunde aber heissen Grace Wales Bonner oder Rejina Pyo, auf ihre neusten Entwürfe hat sich Lifestyle-Chefin Barbara Loop genauso gefreut, wie auf gestandene Lieblinge wie Ports 1961. Neben den Modedesigner von morgen, gab es in London auch die Hinweise auf die Stilpäpstin der Zukunft: Die Frisur von Harper Beckham jedenfalls sitzt schon mal.

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