Stilvorbilder

Wahre Influencer im Trendshooting

Redaktion: Michèle Boeckmann; Text: Barbara Loop & Leandra Nef; Foto: Cyrill Matter

Trendshooting Wahre Influencer
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Tonie Brunschwiler (21, links) trägt Pullover von Isabel Marant Étoile, weite Bundfaltenhose von Nina Ricci, Gürtel von Celine, Boots aus geprägtem Leder mit Metallbeschlag von Isabel Marant, Schmuck privat 

 

Angela Tomas Zier (44), Influencerin von Tonie Brunschwiler

Nicolette Manetsch-Engels (46, links), Influencerin von Lucretia Jacomet

 

Lucretia Jacomet (50) trägt T-Shirt von Hanro, Creolen von Sophie Buhai bei Fred Segal bei Globus

Shaynah Bredy (10, links), Tochter und Influencerin von Rachel Bredy

 

Rachel Bredy (33) trägt Kapuzenmantel aus Tüll mit Blumenstickereien, Sportbra und Radlerhose, alles von Blumarine, Schmuck privat

Nicole Hirschi (24, links) trägt bauchfreier Pullover aus Nylon von Acne Studios, Trackpants von Isabel Marant Étoile, Haarreif aus Satin von Prada, feine Creole mit Muschelanhänger von Aurélie Bidermann, Ohrhänger mit Perlen von Sophie Buhai bei Fred Segal bei Globus, Halskette privat, Riemchensandalen von Versace

 

Daniel Holler (23), Influencer von Nicole Hirschi

Monika Borowinska (35, links), Influencerin von Yvonne Bettkober

 

Yvonne Bettkober (44) trägt gestreiftes Tunikakleid mit Volants von Sofie D’Hoore bei The Apartment Store, Creole mit Perle von Acne Studios

Michèle Binswanger (47, links) trägt Hemdbluse mit Blumenapplikation aus Taft, Panty, Gürtel aus Kalbsleder und strassbesetzter Halsreif, alles von Miu Miu

 

Lulu Binswanger (17), Tochter und Influencerin von Michèle Binswanger

Eva Nietlispach (59, links), Mutter und Influencerin von Anna-Thea Jaeger

 

Anna-Thea Jaeger (25) trägt Jacke aus Lackleder, Logo-T-Shirt und geknöpfter Bleistiftjupe aus geprägtem Leder, alles von Versace

Tim Segmüller (20, links), Influencer von Yadin Bernauer

 

Yadin Bernauer (21) trägt Tanktop mit Cutouts auf der Vorder- und Rückseite von Vetements und Trackpants von Unravel, beides bei Mytheresa.com, Schnürschuhe von Prada, Logo-Creolen auf dem Tanktop von Louis Vuitton

Acht Leserinnen und Leser verraten uns ihre Stilvorbilder. Und präsentieren die Looks des Modesommers – Seite an Seite mit ihren persönlichen Influencern, die hier in ihren privaten Kleidern auftreten.

Angela Tomas Zier und Tonie Brunschwiler

Tonie Brunschwiler (21) Grafik-Lehrling, Zürich: «Mein Stil war früher etwas fad und mutlos. Ich war meist dunkel und eher simpel angezogen, wie Kate Moss in den 1990ern. Das ist noch immer so, aber seit ich als Teenager eine Zeit lang bei Angela gewohnt habe, wage ich mehr. Ich liebe etwa Königsblau und traue mich sogar an Violett. Angela hat Farbe in meine Welt gebracht.»

Angela Tomas Zier (44) Co-Owner Odur Parfum, Zürich, Influencerin
von Tonie Brunschwiler:
Liebt das «unbeschreiblich gute Körpergefühl» beim Tragen massgeschneiderter Kleidung, etwa der Hose, die ihre Atelierpartnerin, Massschneiderin Marianne Engeli, für sie gefertigt hat.

 

Nicolette Manetsch-Engels und Lucretia Jacomet

Nicolette Manetsch-Engels (46) Wirtin, Disentis GR, Influencerin von Lucretia Jacomet: Absätze sind nicht so ihr Ding – Sneakers und Birkenstocks dafür umso mehr. Dazu kombiniert sie Jeans und eine weisse Bluse.

Lucretia Jacomet (50) Freischaffende Übersetzerin, Surrein GR: «Nicolette wirkt, als würde sie sich nicht allzu lang Gedanken darüber machen, was sie anziehen soll. Ihr Stil wirkt mühelos. Diese Schlichtheit beeindruckt mich. So möchte ich auch wahrgenommen werden.»

 

Shaynah Bredy und Rachel Bredy

Shaynah Bredy (10) Schülerin, Zürich, Tochter und Influencerin von Rachel Bredy: Manchmal Girly Girl, manchmal Tomboy – Shaynah mag unterschiedliche Stile und trägt das, worauf sie gerade Lust hat. Ganz bestimmt niemals Lust hat sie auf kratzige Wollpullover.

Rachel Bredy (33) Hair and Make-up Artist, Zürich:
gamevuinhon: Ihre Tochter ist Ihr Stilvorbild. Woher hat sie ihren Stil, wenn nicht von Ihnen?
Rachel Bredy: Ich glaube, ihr Stil ist inspiriert von den weiblichen Charakteren in den Cartoons, die sie liest und schaut. Sie ist insofern mein Stilvorbild, als dass sie mir zeigt: Zieh an, worauf du Lust hast! Pass dich nicht den anderen an! Das war eigentlich auch immer meine Einstellung, sie hat sich aber ein wenig verflüchtigt über die Jahre. Shaynah hat sie mir zurückgegeben.
Was haben Sie sich zuletzt bei Shaynah abgeschaut?
Glitzerhosen. Ursprünglich haben wir ein Paar davon für sie gekauft. Ich fand die dann aber so cool, dass ich mir ähnliche geholt habe.
Findet Ihre Tochter es nicht doof, wenn Mama dasselbe trägt?
Nein, gar nicht. Im Gegenteil. Aber wir ziehen die Hosen ja auch nicht gleichzeitig an. Das wäre dann doch etwas übertrieben.

 

Nicole Hirschi und Daniel Holler

Nicole Hirschi (24) Studentin, Zürich:
gamevuinhon: Wie hat sich Ihr Stil verändert, seit Sie Ihrem Freund Daniel begegnet sind?
Nicole Hirschi: Mein Mode-Spektrum ist breiter geworden. Früher waren meine Looks eintöniger, oft sportlich. Ich trug Markenkleider von Adidas oder Nike und Outfits, die zu eng oder sonst unbequem waren. An Over-size-Stücke wagte ich mich kaum. Das hat sich geändert, als ich begann, mich morgens manchmal aus Daniels Kleiderschrank zu bedienen.
Welche seiner Stücke tragen Sie?
Eigentlich hatte ich schon fast alles an: Hemden, Schuhe, sogar Boxershorts. Bei uns ist das ein Geben und Nehmen.
Er trägt auch Ihre Kleidung?
Ja. Ich hab ihm sogar schon Sachen geschenkt, weil sie ihm besser stehen als mir. Ein Vintage-Shirt von Missoni zum Beispiel. Das trägt er oft. Ich mag es, wenn Männer Dinge tragen, die als typisch weiblich gelten – und wenn es nur eine Kette ist. Das ist unerwartet und gibt dem Outfit einen Twist, der die Leute ein wenig erschreckt.
Tönt, als wollten Sie die Grenze zwischen Männer- und Frauenmode bewusst verwischen.
Mode hat die Kraft, Konventionen zu brechen, auch in Genderfragen. Ich habe Lust, der Schweiz zu zeigen: Es geht tatsächlich anders. Darum ziehe ich an, worauf ich Lust habe – ob ein Kleidungsstück nun typisch weiblich ist oder typisch männlich. Am liebsten sind mir sowieso die Brüche: Ich kombiniere gern elegante Oberteile oder übertrieben Weibliches wie Perlen, Kitsch und hübsche Schuhe zu Jeans von Daniel.
Wie reagieren die Leute auf Ihren Stil?
Es gibt bestimmt Menschen, die ihn nicht verstehen. Und solche, die sich ein wenig lustig machen darüber. Aber grundsätzlich erhalte ich positives Feedback – wenn ich denn überhaupt darauf angesprochen werde. Dadurch, dass ich an der Zürcher Hochschule der Künste studiere, bewege ich mich in einem kreativen Umfeld, in dem alles erlaubt ist und ich eher verschwinde als auffalle.

Daniel Holler (23) Student, Zürich, Influencer von Nicole Hirschi: Findet seine Kleidung oft in Brockenhäusern. Aber keine Trouvaille kommt an Grossvaters Wollpullover ran, ein Missoni-Lookalike aus den 1980ern.

 

Monika Borowinska und Yvonne Bettkober

Monika Borowinska (35) Account Manager, Zürich, Influencerin von Yvonne Bettkober: Boyfriend-Jeans und Sweater findet sie zwar bequem, kann die Stücke aufgrund ihrer beruflichen Verpflichtungen aber nur selten tragen. Darum setzt sie lieber auf Kleider, die sie mal in der Freizeit, mal zur Arbeit, mal zum Dinner ausführt.

Yvonne Bettkober (44) Vertriebsleiterin, Zürich:
gamevuinhon: Was gefällt Ihnen an der Art, wie Monika sich kleidet?
Yvonne Bettkober: Wir haben lang zusammengearbeitet, und es war mir immer eine Freude, sie im Büro zu sehen. Sie kleidet sich mutig, weiblich, sehr individuell und trotzdem passend für das Businessumfeld, in dem wir uns bewegen. Im Job sind Frauen gern etwas zu streng oder zu offensiv angezogen, sie aber bekommt die Balance gut hin.
Wie hat sich Ihr eigener Stil verändert, seit Sie Monika kennen?
Ich wurde mutiger und trage nur noch selten einen dunkelblauen Hosenanzug oder einen schwarzen Bleistiftjupe mit dunkler Bluse. Auch Blumenmuster hätte ich früher auf keinen Fall getragen, und meine weiblichen Rundungen habe ich immer kaschiert. Als ich einmal mit Monika einkaufen ging, hat sie mich überredet, einen figurbetonten Jumpsuit anzuprobieren. Er war wunderbar, elegant und trotzdem businesstauglich, auch mein Mann hat sich darüber gefreut.
Was bedeutet Ihnen Mode und Stil?
Kleidung ist Kommunikation, gerade Frauen werden bei der Arbeit leider schnell anhand ihres Äusseren beurteilt. Oft kleiden sich Frauen nüchtern und kühl, um möglichst professionell rüberzukommen. Sie bauen mit ihrer Erscheinung eine Distanz auf, Kleidung ist für sie ein Schutz. Auch mein Stil ist eher konservativ. Ich bin Ingenieurin, arbeite seit zwanzig Jahren in Führungspositionen und bin fast nur von Männern umgeben. Trotzdem möchte ich heute mit meinem Stil mehr von meiner Persönlichkeit preisgeben, weniger Macht und Sachlichkeit, dafür mehr Offenheit und Menschlichkeit zum Ausdruck bringen.
Hat sich auch Ihr privater Kleidungsstil verändert?
Ich arbeite so viel, dass ich mich privat gar nicht kleide, sondern nur Jogginghosen trage – das beste Kleidungsstück der Welt.

 

Michèle Binswanger und Lulu Binswanger

Michèle Binswanger (47) Journalistin und Autorin, Basel:
gamevuinhon: Welches Bild möchten Sie mithilfe Ihrer Kleidung von sich vermitteln?
Michèle Binswanger: Das, was ich auch sein möchte: kompetent, mit einer gewissen Autorität. Nicht vulgär. Und ich möchte natürlich gefallen, wie alle anderen auch.
Was beeindruckt Sie am Stil Ihrer Tochter?
Die Sicherheit, mit der sie Looks auswählt. Es gibt Menschen, die haben das im Gefühl. Ich dagegen bin kein sehr visueller Mensch und nicht immer stilsicher. Ich musste mir meinen Stil erarbeiten.
Inwiefern?
Ich beobachte den Stil anderer Leute und überlege, ob ein bestimmtes Outfit auch zu mir passen könnte. Ich habe überhaupt kein Problem damit, mich von anderen leiten und beeinflussen zu lassen. Aber ich würde beispielsweise nie einen ganzen Look meiner Tochter kopieren. Es sind immer nur einzelne Stücke, von denen ich finde: Doch, das kann man machen.
Welches Kleidungsstück Ihrer Tochter würden Sie nie tragen?
Den Adidas-Trainer – zumindest nicht im Büro. Oder Lederjacken. Die sind jetzt ja im Trend, aber ich glaube, dafür bin ich zu alt. Meine Tochter hat eine Zeit lang gern bei Brandy Melville eingekauft. Die haben zwar schöne Basics, aber ich schäme mich immer, dort reinzugehen, weil da nur 16-Jährige sind. Dann frage ich mich: Gehöre ich jetzt auch zu den Frauen, die jünger sein wollen, als sie sind?
Und, gehören Sie dazu?
Nein. Aber ich beneide Teenager manchmal um ihre Freiheit, alles zu dürfen: sich jünger kleiden, sich älter kleiden. Ich hingegen frage mich häufig, ob etwas altersgerecht ist.

Lulu Binswanger (17) Schülerin, Basel, Tochter und Influencerin von Michèle Binswanger: Findet Kleider wegen ihres begrenzten Budgets meist auf Flohmärkten, in Secondhand-Boutiquen oder tauscht sie gegen Kleider von Freundinnen. Nur ihr Adidas-Jäckchen würde sie nie feilbieten, denn «darin kann man wohnen».

 

Eva Nietlispach und Anna-Thea Jaeger

Eva Nietlispach (59) Moderatorin, Mediatorin und Dozentin, St. Gallen, Mutter und Influencerin von Anna-Thea Jaeger: Hat seit ihrer Jugend eine Schwäche für Overalls – unter anderem, weil ihr die Aufforderung gefällt, die das als Arbeitsanzug konzipierte Kleidungsstück impliziert: Anpacken!

Anna-Thea Jaeger (25) Studentin und Mitgründerin des Upcycling-Modelabels Ponyhof Vintage, Zürich:
gamevuinhon: Was beeindruckt Sie am Stil Ihrer Mutter?
Anna-Thea Jaeger: In meinem Kopf gibt es Bilder von ihr als junge Frau, als Mutter, als Berufstätige, als reifere Frau. Mir gefällt ihre Wandelbarkeit, das Spiel mit Veränderungen. Sie ist unkompliziert und kreativ genug, um sich neuen Lebenssituationen anzupassen und mit ihrem Stil zu überraschen. Mit ihrem offenen Geist ist sie mir ein Vorbild, auch ich strebe nach ihrer Einfachheit und Schönheit.
Gibt es Dinge, die Ihre Mutter trägt, die für Sie selber aber nie in Frage kommen würden?
Es gibt da ein Paar Prada-Stiefel, die ich früher immer total schrecklich fand. Interessanterweise habe ich mich früher eher für den Look meines Vaters geschämt, wahrscheinlich weil sein Stil viel auffallender ist als der meiner Mutter. Sie mag Objekte, die ein bisschen skurril sind, zum Beispiel Heels mit Goldverzierungen in Form eines Gesichts. Aber das sind immer nur kleine Details, von denen kaum jemand Notiz nimmt.
Leihen Sie sich manchmal etwas aus dem Kleiderschrank Ihrer Mutter?
Ich teile meine Schuhe mit meiner Mutter, wir haben dieselbe Grösse. Da investieren wir gemeinsam. Sie ist ein bisschen sauer, weil ich die besagten Prada-Stiefel heute fast ausschliesslich für mich allein in Anspruch nehme.

 

Tim Segmüller und Yadin Bernauer

Tim Segmüller (20) Student, Frauenfeld TG, Influencer von Yadin Bernauer: Auf die Hardcore Pleasure Sweatpants des Labels Misbhv würde er nie verzichten. Darin fühlt er sich noch wohler als in übergrossen Kapuzenpullis.

Yadin Bernauer (21) Student, Zürich:
gamevuinhon: Inwiefern ist Tim Segmüller Ihr Stilvorbild?
Yadin Bernauer: Mich inspirieren viele Menschen in meinem Umfeld, Dragqueens genauso wie Studienfreunde. Ich bin eher extrovertiert, Tim ist das Gegenteil, das fasziniert mich, seit ich ihm zum ersten Mal begegnet bin. In einer riesigen weissen Daunenjacke, Jeans und klobigen Schuhen, die Haare strähnig zu einer Art Pilzfrisur frisiert, sass er im Klassenzimmer, ganz in sich ruhend.
Was beeindruckt Sie an seinem Stil?
Eigentlich ist Tims Stil ja total angesagt: Er macht Trap-Musik, und seine Kleidung liegt total im Streetwear-Trend, den Labels wie Vetements losgetreten haben. Aber trotzdem wirkt das bei ihm sehr authentisch, fast schon beiläufig. Es war dann auch ein anderer Freund, der mir erklärte, wie Tims Look in der Welt der Mode verankert ist. So hat mich Mode zu interessieren begonnen.
Wie hat sich Ihr Stil verändert, seit Sie ihn kennen?
Die Air-Max-Sneakers von Nike, die ich heute trage, habe ich noch vor ein paar Jahren total blöd gefunden. Ich mochte keine Turnschuhe, schon gar nicht so wuchtige. Auch Jeans, die wie in den 1990er-Jahren unten etwas weit sind, sodass sie über die Schuhe fallen, trage ich heute, genauso wie Oversize-Looks.
Würden Sie den Stil Ihres Freundes eher als weiblich oder männlich bezeichnen?
Weder noch, bei Tim steht diese Frage nicht im Vordergrund. Unter gewissen, stereotyp männlichen Menschen fühle ich mich manchmal etwas herausgefordert und nicht sehr wohl. Mit Tim hatte ich dieses Gefühl nie. Haben Sie sich auch schon mal am Kleiderschrank Ihres Freundes bedient?
Nein, würde ich aber gern. Ich würde dann wohl ein paar Stücke rausziehen und sie mit meinen eigenen Sachen mischen: Ich würde meine Lippen rot schminken, Ohrringe tragen und einen Minijupe zu seinem Oversize-Hoodie mit Schlangenprint kombinieren. Mir gefällt die Androgynität von Labels wie Vetements oder Balenciaga, die Ohrringe und Lackleder-Heels mit Oversize-Pullis und brachialen Prints mischen.
Wie wichtig sind Ihnen Stil und Mode?
Ich habe eine grosse Faszination für Kleidung. Viele Menschen suchen in meinem Äusseren eine Antwort darauf, ob ich als Mann oder als Frau wahrgenommen werden möchte. Dass ich mich nicht festlegen will, mal Jupe und ein Tuch im Haar, mal Bart und Hose trage, sorgte vor allem früher oft für Verwirrung. Und mich hat das zuweilen auch selber verwirrt. Heute liebe ich es, mit den Geschlechterstereotypen zu spielen. Kleidung ist wie eine Einladung an die Mitmenschen, mit ihrer Hilfe kann man mit Leuten in Kontakt treten, Gruppen bilden oder sich abgrenzen. Und trotzdem gebe ich der Mode nicht zu viel Gewicht. An manchen Tage ziehe ich einfach das an, was mir gerade in die Hände kommt und sich gut anfühlt.

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